Wochen Rückblick News-Rückblick 21. Juni bis 5. Juli 2020

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Contents

Rückblick

EVENTS IM RÜCKBLICK
Unserer bisherigen Events

05. – 07. Juni 2020 Gut Aspern bei Hamburg

19. – 21. Juni 2020 Hamburger Polo Club

03.07. – 05.07.2020 Düsseldorfer Polo & Club

17. – 19. Juli 2020 Polo Club Bayern Holzkirchen bei München

04. – 06. Sept. 2020 Oberursel

18. – 20. September 2020 Berlin

17. – 19. Mai 2020 Berlin

14. – 16. Juni 2020 Gut Aspern bei Hamburg

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21. – 23. Juni 2020 Hamburger Polo Club

05. – 07. Juli 2020 Polo Club Bayern Holzkirchen bei München

30.08. – 01.09.2020 Düsseldorfer Polo & Club

13. – 15. Sept. 2020

25.-27.Mai 2020 Polo Club Frankfurt

08.-10. Juni 2020 Düsseldorfer Polo & Club

22.-24. Juni 2020 Hamburger Polo Club

29. Juni-01. Juli 2020 Gut Aspern bei Hamburg

13.-15. Juli 2020 Polo Club Bayern Holzkirchen bei München

31.08. – 02.09.2020 Berlin

19.-21.Mai 2020 Polo Club Hessen

09.-11. Juni 2020 Düsseldorfer Polo & Club

23.-25. Juni 2020 Hamburger Polo Club

30. Juni-02. Juli 2020 Gut Aspern bei Hamburg

Polo Club Bayern Holzkirchen bei München

Der Termin ist auf das Jahr 2020 verschoben! Berlin Hoppegarten

20.-22.Mai 2020 Polo Club Hessen

10.-12. Juni 2020 Düsseldorfer Polo & Club

24.-26. Juni 2020 Hamburger Polo Club

01.-03. Juli 2020 Gut Aspern bei Hamburg

08.-17. Juli 2020 Polo Club Bayern Holzkirchen bei München

23.-25. September 2020 Berlin Hoppegarten

25. – 27. September 2020 Berlin Hoppegarten

29 .- 31.Mai 2020 München / Holzkirchen

12.-14. Juni 2020 Düsseldorf

26. – 28. Juni 2020 Hamburg

03. – 12. Juli 2020 Hamburg / Gut Aspern

04. – 06. September 2020 Frankfurt am Main

26. – 28. September 2020 Rennbahn Hoppegarten – Berlin

04. – 06. Juli 2020 Polo Club Schleswig-Holstein – Gut Aspern / Hamburg

27. – 29. Juni 2020 Hamburger Polo Club

13. – 15. Juni 2020 Düsseldorfer Polo Country Club

23. – 25. Mai 2020 Polo Club Bayern – Holzkirchen / München

20. – 22. September 2020 Rennbahn Hoppegarten

06. – 08. September 2020 Niederstedter Straße / Oberursel-Oberstedten

vom 05. bis 07. Juli 2020 im Düsseldorfer Polo- & Country-Club

31. Mai – 02. Juni 2020 im Polo Club Schleswig-Holstein

23. – 26. Mai 2020 Hamburger Polo Club

10. – 12. Mai 2020 Polo Club Bayern – Holzkirchen / Thann bei München

vom 21. bis 23. September 2020 Rennbahn Hoppegarten

Vom 24. August bis 02. September 2020 Polo Club Schleswig-Holstein / Gut Aspern

vom 08. – 10. Juni 2020 im Polo Club Schleswig – Holstein

06. – 08. Juli 2020 Düsseldorfer Polo & Country Club

01. – 03. Juni 2020 Hamburger Polo Club

vom 11. bis 13. Mai 2020 im Polo Club Bayern

vom 09. bis 11. September 2020 Berlin Hoppegarten

17. – 19. Juni 2020 Gut Aspern

08. – 10. Juli 2020 Düsseldorfer Polo & Coutry Club

06. – 08. Mai 2020 Polo Club Bayern

24. – 26. September 2020 Medium Goal Polo Turnier

Bucherer Trophy 2020 vom 27. bis 29. August 2020 im Polo Club Bayern

Newsrückblick 21. Juni – 5. Juli 2020

In Deutschland war das Thema der letzten Wochen neben der Fussball-Weltmeisterschaft, die für die deutsche Nationalmannschaft bereits nach der Vorrunde zu Ende war, wohl der Streit in der Union. Zwischenzeitlich wurde befürchtet, dass die Fraktionsgemeinschaft zwischen der CDU und der CSU und damit auch die Regierungskoalition zerbrechen könnte. Im Kern geht es um die Frage, wie Deutschland in Zukunft mit neu ankommenden Flüchtlingen an der Grenze umgeht. Innenminister Horst Seehofer forderte eine Zurückweisung von Flüchtlingen, die bereits in einem anderen Land registriert sind. Kanzlerin Angela Merkel setzt auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen und warnt von nationalen Alleingängen. Daher verhandelte sie in der vergangenen Woche mit Staatschefs anderer EU-Staaten.

Nach einem turbulenten Wochenende, an dem unter anderem Horst Seehofer seinen möglichen Rücktritt ankündigte, einigte man sich auf sogenannte Transitzonen an der deutsch-österreichischen Grenze. Dies ist ein Vorschlag, der bereits 2020 aufkam und damals von der SPD vehement abgelehnt wurde. Ob dies nun in die Tat umgesetzt wird und der Streit innerhalb der Union damit beigelegt ist, bleibt abzuwarten.

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Wirtschaft

EU

Handelsstreit Gefahr für Konjunktur

Der Handelsstreit mit den USA könnte aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine ernsthafte Gefahr für die Konjunktur darstellen. Der Hauptgeschäftsführer des DIHK, Martin Wansleben, sagte zwei Zeitungen, dass der Handelsstreit neben dem Fachkräftemangel das größte Risiko für die deutsche Konjunktur sei. In der Außenwirtschaft nehmen die Sorgen über den Welthandel immer weiter zu. Derzeit laufe laut Wansleben die Exportkonjunktur schlechter als vorhergesehen. Der DIHK hatte bereits Ende Mai seine Vorhersage für das Wirtschaftswachstum 2020 von 2,7 auf 2,2 Prozent reduziert. Auch Wirtschaftsforschungsinstitute folgten dem Schritt des DIHK.

Dieter Kempf, der Präsident des Industrieverbands BDI, rechnet bereits mit Zöllen auf Autoimporte in die USA und befürchtet ebenfalls eine weitere Eskalation des Handelskonflikts. Dies könnte enorme Auswirkungen haben.

Zölle auf amerikanische Waren

Seit dem 22. Juni gelten in der EU Zölle auf amerikanische Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder. Insgesamt sind Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro betroffen. Die EU sieht diese Zölle als Reaktion auf die von Donald Trump verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium, die seit Anfang Juni gelten.

Als Reaktion auf die Zölle der EU drohte Präsident Trump erneut mit Vergeltungsmaßnahmen. Wenn die EU ihre Einfuhrbarrieren nicht abbaut, werde die USA einen Einfuhrzoll in Höhe von 20 Prozent auf Autos aus der EU erheben. Damit bekräftigte Trump erneut eine frühere Drohung. Der DAX reagierte mit Kursverlusten auf die Androhung aus den USA.

Laut EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström habe es seit dem Inkrafttreten der Zölle seitens der USA Anfang Juni keine weiteren Gespräche mit den USA zum Thema Handel mehr gegeben. Eine Einigung zwischen der USA und der EU ist damit derzeit nicht in Sicht.

Ende des Hilfsprogramms für Griechenland

Griechenland bekommt letztmalig Gelder aus dem Hilfspaket. Von August an will sich das Land wieder selbst Geld am Finanzmarkt besorgen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht Griechenland ebenso wie die EU-Kommission auf einem guten Weg. Die Wirtschaft in Griechenland soll sich wieder stabilisieren und Griechenland wieder selbst an den Märkten aktiv werden. Auch Schuldenerleichterungen für Griechenland wurden bei einer Beratung der EU-Finanzminister zum Ende des Hilfsprogramms besprochen. Eine besprochene Maßnahme ist ein Liquiditätspuffer aus dem aktuellen Hilfsprogramm. Bis 2020 soll Griechenland nochmals 4,8 Milliarden Euro bekommen, vorausgesetzt die Regierung in Athen setzt weiter Reformen um.

EU fordert Vorschläge aus Großbritannien

Die europäischen Staats- und Regierungschefs fordern von Großbritannien klare Vorschläge zum Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien nach der Übergangsphase nach dem eigentlichen Brexit. Die Staats- und Regierungschefs kritisierten zudem, dass es in der Frage zur Grenzen zu Irland bislang kaum Fortschritte gibt. Die EU unterstützt dabei Irland, das eine sogenannte „harte Grenze“ um jeden Preis vermeiden will. Irland möchte nicht nur Zollkontrollen an der Grenze zu Nordirland vermeiden, sondern befürchtet auch ein Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts.

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Firmen wegen Brexit zunehmend besorgt

Immer mehr Unternehmen zeigen sich aufgrund der aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich des Brexits besorgt. Ein BMW-Manager sagte gar, dass Schließungen britischer Werke möglich seien. Er befürchtet zu große Unterbrechungen in der Lieferkette. Auch Airbus warnte vor einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen.

Erste Unternehmen zogen bereits Konsequenzen. Investitionen in die britische Autoindustrie gingen im ersten Halbjahr 2020 um 50 Prozent zurück. Dies geht aus Angaben des Branchenverbands SMMT hervor. Einige Unternehmen kündigten zudem an, ihr Geschäft in andere EU-Staaten zu verlegen. Der Automobilverband SMMT forderte daher Premierministerin Theresa May zu einem Verbleib in der Zollunion auf.

Britische Banken für Brexit gerüstet?

Die Londoner Notenbank geht davon aus, dass die Banken im Land auch für einen harten Brexit gut gerüstet sind. Die EU-Bankenaufsicht EBA sieht dies allerdings anders. Der finanzpolitische Ausschuss (FPC) der Bank of England ist der Ansicht, dass die Banken in Großbritannien über ausreichend Kapital verfügten und auch bei Turbulenzen an den Märkten keine zusätzlichen Mittel benötigen würden. Die Banken könnten zudem die britische Wirtschaft im Falle eines harten Brexits stützen.

Die EBA sieht dagegen Defizite bei den Vorbereitungen britischer Banken auf den nahenden Brexit. Mark Carney, der Vorsitzende der Bank of England, hält diese Einschätzung für unvollständig. Die Übergangsregelungen der britische Regierung inklusive vorläufiger Genehmigungen seinen nicht berücksichtigt worden. Die Behörden hätten damit die Banken sehr gut auf den Brexit vorbereitet.

Britische Banken müssen sich besser auf ungeordneten Brexit vorbereiten

Die EBA sagte, die britischen Banken müssten sich besser auf einen ungeordneten Brexit vorbereiten und dürften sich nicht auf ein Eingreifen des Staates verlassen. Mit dem Brexit könnten die britische Lizenz, über die viele internationale Banken von Großbritannien aus in der ganzen EU tätig sind, ihre Gültigkeit verlieren. Daher sollten alle Banken, die auch in Zukunft ihre Produkte und Dienstleistungen in der EU anbieten wollen, bis Ende Juni einen Antrag bei der EZB einreichen. Nur dann sei gewährleistet, dass die Bearbeitung noch bis zum Brexit-Termin im nächsten Jahr erfolgen kann.

Deutsche Unternehmen spüren bereits Brexit-Auswirkungen

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte spüren bereits jetzt viele deutsche Unternehmen die Folgen des Brexits. Ein Drittel der Befragten gab an, dass man Investitionen aufgrund der aktuellen Unsicherheiten verschoben habe. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen habe bereits Veränderungen in der Lieferkette vorgenommen. Darüber hinaus hätten sich schon über zwei Drittel der befragten Unternehmen intensiv auf den Brexit vorbereitet.

Allerdings gehen 41 Prozent der Befragen davon aus, dass sich Großbritannien und die EU letztendlich auf ein Freihandelsabkommen einigen werden. Etwa ein Viertel glaubt, dass es zu einem Brexit ohne Abkommen kommen wird. In diesem Fall rechnen mehr als die Hälfte der Befragen mit hohen oder gar sehr hohen Schäden für ihr Unternehmen. Nur 13 Prozent denken, dass es zu einer engen Zusammenarbeit, die dem europäischen Binnenmarkt ähnelt, kommen wird. Außerdem geht weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen davon aus, dass bis zum Herbst ein Austrittsabkommen zustande kommt.

Warnung vor Folgen eines Handelskriegs

Französische Regierungsberater warnen davor, dass ein weltweiter Handelskrieg zu einer Rezession wie nach der Weltfinanzkrise führen könnte. Ein Handelskrieg könnte für die USA und China einen Verlust von drei Prozent der Wirtschaftsleistung bedeutet. In der EU könnten es sogar vier Prozent sein.

Die Berater von Ministerpräsident Edouard Philippe rechneten für dieses Szenario mit Zöllen auf Industriegüter von 60 Prozent und Hürden für Dienstleistung. Ein massiver Handelskrieg würde demnach vor allem kleinere Volkswirtschaften wie Irland, Mexiko oder Südkorea besonders treffen und in diesen einen Verlust von zehn Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts bedeuten.

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Konjunktur in Gefahr

Zum Jahresende dürfte sich die Konjunktur in der Eurozone wieder leicht beschleunigen. Das Bruttoinlandsprodukt könnte im zweiten und dritten Quartal 2020 um je 0,4 Prozent wachsten und zum Jahresende ein Plus von 0,5 Prozent verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommen das Ifo-Institut aus Münchner, das KOF aus Zürich und das Istat aus Rom. Für 2020 erwarten sie ein Plus von 2,1 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Im letzten Jahr wuchs das BIP um 2,4 Prozent.

Derzeit würden allerdings sogenannte „konjunkturelle Abwärtsrisiken“ vorherrschen. Dazu gehören die politischen Spannungen in der EU und der zunehmende Protektionismus. Beide Faktoren könnten den Aufschwung gefährden.

Bekämpfung der Inflation in Großbritannien

Der Chefvolkswirt der Bank of England, Andy Haldane, ist der Ansicht, dass die Notenbank mit der Bekämpfung der Inflation nicht zu lange warten sollte. Bei der letzten Zins-Sitzung der BoE gehörte Haldane zu den drei Währungshütern, die sich für eine Erhöhung des Leitzinses ausgesprochen hatten. Dennoch beließ die Notenbank des Schlüsselzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bei 0,5 Prozent.

Nach dem Brexit-Votum sankt der Kurs des britischen Pfund; die Preise für Lebensmittel und Energie stiegen. Importe wurden teurer und in der Folge sank die Kaufkraft der Briten. Im November 2020 lag die Inflationsrate bei 3,1 Prozent, ging danach allerdings wieder nach unten. Dennoch lag die Teuerungsrate auch im Mai 2020 noch bei 2,4 Prozent. Haldane ist der Ansicht, dass man die Inflation rasch wieder auf einen Wert von zwei Prozent drücken sollte.

Einschränkungen für chinesische Investoren?

Das amerikanische Finanzministerium denkt einem Bericht des Wall Street Journals zufolge über Einschränkungen für chinesische Investoren nach. Unternehmen, bei denen mehr als ein Viertel der Anteile in der Hand chinesischer Investoren sind, soll der Kauf von bestimmten amerikanischen Technologieunternehmen verboten werden. Auch der Export von technischen Produkten nach China soll verboten werden. Diese Nachricht führte zu Kursverlusten an den asiatischen und amerikanischen Börsen.

In der Folge waren widersprüchliche Aussagen der beteiligten Personen wie Finanzminister Steve Mnuchin zu hören. Letztendlich passierte jedoch ein Gesetz das Repräsentantenhaus, dass strengere Regelnfür ausländische Investoren vorsieht. Chinesische Investoren sollen stärker überprüft werden, wenn sie in Technologieunternehmen investieren wollen. Dies soll vor allem für Technik aus dem militärischen Bereich gelten. Das US-Finanzministerium soll zudem Vorschläge zu weiteren Einschränkungen für ausländische Investoren ausarbeiten.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB nähert sich Inflationsziel

Laut dem neuen EZB-Vizepräsidenten Luis de Guindos kommt die Zentralbank ihrem Inflationsziel immer näher. Aus seiner Sicht ist die Grundlage für ein solides Wachstum trotz des leichten Rückgangs zu Jahresbeginn weiterhin gegeben. Im Mai lag die Teuerungsrate bei 1,9 Prozent. Noch einen Monat zuvor waren es nur 1,3 Prozent. Die anziehende Inflationsrate war wohl auch ein Faktor bei der Entscheidung zum Ende des Anleihenkaufprogramms.

Neuer Referenzzins bis Herbst 2020

Die EZB will bis Oktober 2020 einen eigenen Referenzzins veröffentlichen. Der Hintergrund sind Skandale um manipulierte Geldmarktsätze. Der neue Referenzzins der EZB soll den Namen „Ester“ tragen. Zentralbanken suchen seit einiger Zeit zu einer Alternativen zum Libor und zum Euribor. Ein Versuch, den Euribor zu reformieren, scheiterte im letzten Jahr.

Risiken durch Protektionismus

Die EZB warnt vor zunehmendem Protektionismus in der Weltwirtschaft. Höhere Zölle und die Protektionismus könnten das Wachstum der Weltwirtschaft gefährden. Dies betonte die EZB in ihrem Wirtschaftsbericht. Die Folgen für die Weltwirtschaft aufgrund des zunehmenden Protektionismus könnten groß sein.

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Wochen Rückblick: News-Rückblick 21. Juni bis 5. Juli 2020

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Meldungen im Rückblick : Die Coronavirus-Pandemie in Bayern – der Monat April

Am 20. März werden für Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Und jeder ist angehalten, zu anderen einen Abstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

  • In Bayern verbreitet sich das Coronavirus rasant, viele Menschen sterben.
  • Alle Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen und die meisten Läden sind weiter geschlossen, es gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen.
  • In diesem Artikel lesen Sie die Meldungen zur Coronavirus-Pandemie im April 2020.
  • Die aktuellsten Entwicklungen finden Sie im aktuellen Newsblog aus Bayern.
  • Die Meldungen im Rückblick: Januar und Februar, März, April

Sommersemester an Hochschulen startet pünktlich und wird verlängert

Freitag, 3. April, 20.02 Uhr: Das Sommersemester an den bayerischen Hochschulen beginnt trotz der Corona-Krise wie geplant am 20. April. Das Vorlesungsende hingegen wird auf den 7. August verschoben, wie die Universitätenkonferenz am Freitag in München mitteilte. Der Zeitraum, in dem Vorlesungen stattfinden, werde an den Universitäten und Hochschulen flexibel geregelt.

Weiter hieß es, es würden alle Anstrengungen unternommen, um zusätzlich digitale Lehrangebote zu entwickeln und für die bayernweit fast 400 000 Studierenden verfügbar zu machen. „Die Hochschulen sind handlungsfähig und werden die ihnen übertragene Autonomie verantwortungsvoll nutzen.“ Das Wissenschaftsministerium begrüßte ebenfalls die gefundenen Lösungen und betonte, dass „für Studentinnen und Studenten hinsichtlich Bafög, Kindergeld oder Krankenversicherung flexible Regelungen gefunden werden und ihnen auch, was die Regelstudienzeit anbelangt, keine Nachteile entstehen“.

Hotels und Gaststätten sollen Geld aus Versicherungen bekommen

Freitag, 3. April, 17.44 Uhr: Viele bayerische Hotels und Gaststätten sollen in der Corona-Krise Geld aus ihren Betriebsschließungsversicherungen bekommen. Ob diese in der aktuellen Pandemie gelten ist zwar eigentlich strittig, doch die Branchenverbände, das bayerische Wirtschaftsministerium und Versicherungen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Demnach sollen 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze ausbezahlt werden.

„Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sprach von einer „ausgewogenen Lösung“.

„Eine Ausnahmesituation in Form einer Pandemie wird von vielen Betriebsschließungsversicherungen nicht abgedeckt“, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, warum nur ein kleiner Teil der Summen ausgezahlt werden soll. „Solche Versicherungen greifen normalerweise, wenn der einzelne Betrieb von einer Schließungsanordnung betroffen ist.“ Jetzt seien aber alle Betriebe betroffen. Zudem dürften Beherbergungsbetriebe noch Geschäftsreisende unterbringen. „Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden“, sagte Aiwanger. Bislang haben dem Ministerium zufolge Allianz, Versicherungskammer Bayern und die Haftpflichtkasse VVaG zugestimmt.

Nach fünf Corona-Partys: 34-Jähriger in Gewahrsam

Freitag, 3. April, 17.16 Uhr: Nach wiederholten Corona-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April müsse der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei am Freitag mit. Dort solle er über sein Verhalten nachdenken. Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal am Donnerstagabend nahmen die Beamten den Mann mit. Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren.

Bestattern fehlt Schutzmaterial

Freitag, 3. April, 16.42 Uhr: Bestatter beklagen in der Corona-Krise einen massiven Mangel an Schutzmaterial. „Mittlerweile fehlt aufgrund der weltweiten Nachfrage teilweise schon das Material für die Versorgung unserer regulären Sterbefälle“, sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, am Freitag in Schweinfurt.

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 925 000 Menschen. „Für den Fall, dass es zu einem Anstieg der Sterbefälle aufgrund des Coronavirus käme, ist es bereits jetzt absehbar, dass dann nicht ausreichend Materialien zur Verfügung stünden“, sagte Michal. Die Bestattungsunternehmen würden die hohen Preise für Atemschutzmasken, Handschuhe, Einwegschürzen und Desinfektionsmittel zahlen. „Sie haben aber mangels Verfügbarkeit im freien Handel gar keine Möglichkeit, dies zu tun.“

Die Lage sei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist. Die meisten Bundesländer hätten den Bestatterberuf nicht als offiziell systemrelevant anerkannt, was die Versorgung schwieriger mache. In Bayern ist Bestatter laut Michal aber ein systemrelevanter Beruf.

In Thüringen seien Bestattungsunternehmen bei der Materialverteilung berücksichtigt worden, in Baden-Württemberg seien die Landkreise dafür zuständig. Dort könnten die Bestatterverbände als systemrelevante Berufe den konkreten Bedarf für die Unternehmen in der Region mitteilen. „Wir möchten einfach alle Verstorbenen, ob infektiös oder nicht, würdig und unter Beachtung der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes professionell versorgen und bestatten können“, betonte Michal. „Ohne ausreichende Materialien ist dies aber gefährdet.“

In diesem Jahr kein Mediziner-Staatsexamen mehr

Freitag, 3. April, 15.43 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das Zweite Staatsexamen für Medizinstudierende auf das Jahr 2021 verschoben. Bayern setze damit eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums um, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gibt wichtige Gründe für die Verschiebung – vor allem mit Blick auf das Infektionsrisiko.“ Auch ohne das Zweite Staatsexamen könnten sich die Medizinstudenten sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium fortsetzen, indem sie direkt ins Praktische Jahr einsteigen. Dass ihnen viel abverlangt werde, sei ihr bewusst, sagte Huml. „Sie haben sich monatelang auf die Prüfungen vorbereitet und stehen in den Startlöchern.“ Sie hoffe aber auf das Verständnis von allen Beteiligten.

Corona-Stillstand kann Keime in Wasserrohren fördern

Freitag, 3. April, 15.30 Uhr: Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät, Wasserleitungen mindestens einmal wöchentlich zu gebrauchen. Wegen der Corona-Krise sind derzeit die meisten Schulen, Einkaufszentren und Gaststätten geschlossen oder werden nur wenig genutzt. Trinkwasserleitungen seien aber auf regelmäßigen Gebrauch ausgelegt, schreibt das LGL. Wenn länger kein Wasser fließe, drohten hygienische Probleme, zum Beispiel Legionellen. Diese wieder loszuwerden, koste viel Zeit und Geld. Das LGL rät daher, mindestens einmal wöchentlich Kalt- und Warmwasser durch die Leitungen laufen zu lassen.

Anwalt klagt gegen Verbot von Gottesdiensten

Freitag, 3. April, 15.13 Uhr: Kurz vor Ostern verlangt ein Münchner Anwalt per Eilantrag vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, religiöse Zusammenkünfte inmitten der Corona-Krise zuzulassen. „Das absolute Verbot verletzt mich in meiner Religionsfreiheit. Ähnlich den Regelungen zu lebensnotwendigen Dienstleistungsbetrieben wäre eine Erlaubnis mit strengen seuchenhygienischen Auflagen das mildere Mittel gewesen“, sagte der Anwalt der Deutschen Presse-Agentur. Er klage nicht nur als Katholik, sondern auch für andere Christen und Glaubensgemeinschaften, die den gleichen Einschränkungen unterworfen seien. „Hintergrund ist natürlich auch das Osterfest sowie das Paschafest.“

In dem Antrag heißt es: „Ostern ist nach katholischem Glauben nicht einfach ein Fest unter anderen, sondern das „Fest der Feste“. Zu dieser Zeit auf die liturgischen Feiern verzichten zu müssen, sei eine schwere Belastung und unverhältnismäßig. Aus Sicht des Anwalt ist es „seuchenhygienisch vertretbar“, Alternativen zu einem kompletten Gottesdienstverbot zu suchen – etwa eine Begrenzung der Teilnehmerzahl, Mindestabstand zwischen den Gottesdienstbesuchern, das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, einen geregelten Einlass und Mundschutz und Handschuhe beim Verteilen der Kommunion. Ähnliche Auflagen gebe es auch für Betriebskantinen.

Innenminister: Polizei soll am Wochenende scharf kontrollieren

Freitag, 3. April, 14.04 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat vor dem Beginn der Osterferien eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. „Es macht keinen Sinn, zig Kilometer an einen beliebten Ausflugsort zu fahren, wo Sie unweigerlich auf eine große Zahl an anderen Ausflüglern treffen“, sagte Herrmann. Die Staatsregierung ist in Sorge, dass die Disziplin in der Bevölkerung über die Ferien nachlässt – zumal die Meteorologen zum Teil hervorragendes Ausflugswetter melden. „Nichts spricht gegen einen Spaziergang auf einem einsamen Waldweg“, sagte Herrmann. Jedoch sei gerade an beliebten Treffpunkten in Parks, an Uferpromenaden oder in den Bergen mit so vielen Menschen zu rechnen, dass der Sicherheitsabstand nicht mehr eingehalten werden könne.

Herrmann kündigte scharfe Kontrollen der Polizei an. Die zehn Präsidien seien mit 13 Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. Es drohten für Verstöße teils empfindliche Bußgelder und Strafen. Er sagte aber auch: Eine Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen sei weder geplant noch beabsichtigt. „Wir appellieren an die Vernunft der Bevölkerung.“ In den vergangenen Wochen hat die Polizei bei 300 000 Kontrollen bereits 25 000 Verstöße gegen die Regelungen zum Kampf gegen Corona festgestellt.

Zahl der neuen Infektionen steigt weniger stark

Freitag, 3. April, 12.38 Uhr: Fast zwei Wochen nach dem Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen in Bayern zeigt sich eine Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung. Von Donnerstag auf Freitag sei die Zahl der bestätigten Infektionen um 9,4 Prozent gestiegen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser Wert liege nun erstmals unter zehn Prozent. „Die Kurve flacht leicht ab.“ Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch nach etwas mehr als sechs Tagen. Vor den Schulschließungen Mitte März habe sich die Zahl noch alle 2,5 Tage verdoppelt, zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen habe die Rate bei 3,8 Tagen gelegen. „Das heißt, die Maßnahmen, die wir getroffen haben, beginnen zu wirken“, sagte Söder.

Er sprach von einem „leicht positiven Trend“, der aber nicht reiche. „Wir müssen jetzt konsequent die getroffenen Maßnahmen weiter umsetzen“, sagte Söder. „Durchhalten lohnt sich aber.“ Ohne die getroffenen Maßnahmen in Deutschland und in Bayern hätte sich die Lage „dramatisch“ entwickelt. „Wir hätten Situationen wie vielleicht in Italien und anderswo.“ Auch die Münchner Virologin Ulrike Protzer sieht noch keinen Grund zur Lockerung der Maßnahmen: „Wir befinden uns immer noch in einer Phase des exponentiellen Wachstums.“ Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären aber wohl eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen, sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München. Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass „man diese Zahl auf deutlichst unter 100 000, hoffentlich unter 20 000 senken“ könne.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stieg die Zahl der bestätigten Infektionen bis Freitagvormittag um etwa 1800 auf 20 962. An Covid-19 gestorben sind bisher 327 Menschen in Bayern; bis Donnerstag waren es noch 50 weniger.

In diesem Jahr gibt es keinen „Tag der Franken“

Freitag, 3. April, 11.10 Uhr: Der „Tag der Franken“ fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus und wird auf 2021 verschoben. Das teilte der Bezirk Unterfranken mit. Ursprünglich hätte der fränkische Festtag am 5. Juli in Haßfurt stattfinden sollen. „Aufgrund der Corona-Krise ist dieser Termin weder plan- noch durchführbar“, sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. Auch die vom 24. Juni bis 5. Juli in Haßfurt geplanten Unterfränkischen Kulturtage würden verschoben. Mit dem „Tag der Franken“ erinnern die fränkischen Regierungsbezirke an die Gründung des Fränkischen Reichskreises im Jahr 1500.

Münchner Studie soll Corona-Dunkelziffer erhellen

Freitag, 3. April, 10.15 Uhr: In München soll eine groß angelegte Studie Erkenntnisse dazu liefern, wie weit das Coronavirus inzwischen tatsächlich verbreitet ist. Hier sollen mehrere Tausend Menschen auf Antikörper gegen den Erreger getestet werden. Sie werden zufällig aus 3000 Münchner Haushalten ausgewählt, wie Michael Hoelscher sagte, der Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München. Die Studie wurde am Freitag gestartet und vom Freistaat Bayern unterstützt. Damit klar ist, dass es sich bei den Forschern nicht um Betrüger handelt, werden sie bei ihren Hausbesuchen von der Polizei begleitet. Die Probanden sollen regelmäßig Blut abgeben, das dann untersucht wird.

Bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ist eine der großen Fragen, wie viele Infektionen unentdeckt bleiben. Denn bislang werden nur Verdachtsfälle getestet. Da viele Menschen aber keine oder kaum Krankheitssymptome zeigen, tragen sie womöglich den Erreger in sich und stecken sogar andere an, ohne dass dies bemerkt wird. Eine groß angelegte Untersuchung könnte nun nicht nur diese Dunkelziffer erhellen; da diese Tests nicht auf den Erreger selber, sondern auf die Antikörper ansprechen, die das Immunsystem produziert, können so auch zurückliegende unentdeckte Infektionen aufgedeckt werden.

Ergänzt werden dürfte die Studie womöglich schon bald durch eine weitere im Landkreis Tirschenreuth, der momentan am schwersten betroffenen Region Bayerns. „In Tirschenreuth kann man sehr viel lernen, wie Übertragungen funktionieren“, sagte Hoelscher. Dort vermuten Experten als eine der Hauptursachen für die Verbreitung des Erregers ein örtliches Starkbierfest in Mitterteich. In München hingegen gebe es viele voneinander unabhängige Infektionsketten. Deshalb eigne sich die Landeshauptstadt besser für eine Untersuchung der generellen Verbreitung.

Bayerns Wissenschaftler tun sich im Kampf gegen Coronavirus zusammen

Freitag, 3. April, 10.07 Uhr: Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern etwa 100 Wissenschaftler und 70 Medizinstudenten zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen. Dies teilten Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler mit. „Gemeinsam arbeiten wir daran, dieses Virus besser zu verstehen, es effektiv zu bekämpfen und erfolgreich aus dieser Krise hervorzugehen“, sagte Sibler. Ziel sei es, Corona langfristig in den Griff zu bekommen und die spezifische Situation in Bayern abzubilden, betonte Söder. „Deswegen bündeln wir auch unsere gesamten wissenschaftlichen Kompetenzen.“

Die Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und am Helmholtz-Zentrum München, Ulrike Protzer, sagte, das Expertenteam solle die Politik beraten und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Debatte einbringen. Ihm gehörten nicht nur Virologen und Epidemiologen an, sondern auch Mediziner, die etwa die Situation in den Hausarztpraxen und den Krankenhäusern beurteilen könnten. Wissenschaftsminister Sibler sagte, das sei gerade angesichts der weit verbreiteten Falschnachrichten wichtig: „Wir wollen rationale Antworten geben in einer emotionalen Frage.“

Gewerkschaft nennt Soforthilfe-Programm eine „Mogelpackung“

Freitag, 3. April, 8.27 Uhr: Am Soforthilfe-Programm des Freistaats für in Schwierigkeiten geratene Firmen wird Kritik laut. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa spricht von einer „Mogelpackung“: Die Staatsregierung habe Soloselbständigen bis zu 5000 Euro versprochen, die GEW habe umgehend das Programm empfohlen – doch dies widerrufen müssen, seit das Wirtschaftsministerium den Nachweis einer eigenen Betriebsstätte verlange. Die aber hätten viele Freiberufler gar nicht. Das Ministerium wiederum verweist darauf, dass sein Programm vor allem für Betriebe in Zahlungsnöten gedacht sei. Für Freiberufler mit nur wenigen fixen Betriebsausgaben sei das vom Bund beschlossene Sozialschutzpaket „grundsätzlich die geeignetere Unterstützungsleistung“.

Nach offiziellen Angaben haben bis Donnerstagmittag fast 230 000 Firmen und Selbständige in Bayern eine Soforthilfe beantragt – in einer Gesamthöhe von 1,7 Milliarden Euro. Etwa 350 Millionen Euro sind bereits ausbezahlt. Das Programm läuft seit gut 14 Tagen. Einen kritischen Punkt hat das Ministerium in dieser Woche bereits geändert: Um Geld bekommen zu können, müssen nicht mehr alle „liquiden Finanzmittel“ aufgebraucht sein. Nun lautet die Bedingung: Die Einnahmen reichen voraussichtlich nicht, um den geschäftlichen Verpflichtungen in den kommenden drei Monaten nachzukommen; Privatvermögen müsse nicht eingebracht werden. Das ist insbesondere für Freiberufler wichtig, bei denen Betriebs- und Privatvermögen meist ineinander übergehen.

Da inzwischen der Bund ein eigenes Soforthilfe-Programm aufgelegt hat, wurde dieses in dieser Woche mit dem bayerischen verzahnt. Dabei sind aber Abgrenzungsprobleme entstanden. Kritiker der bayerischen Richtlinien monieren, dass, wer nach den neuen Kriterien Geld vom Bund haben will, aber vorher bereits beim Freistaat einen Antrag eingereicht hat, Letzteren zurückziehen muss.

Das Bistum Augsburg greift seinen Pfarreien unter die Arme

Freitag, 3. April, 7.11 Uhr: Das Bistum Augsburg legt einen zehn Millionen Euro schweren Hilfsfonds für Pfarreien und kirchliche Einrichtungen auf. „Wir stehen euch in der jetzigen Situation, die viele Unwägbarkeiten birgt, solidarisch zur Seite“, sagte der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier an die Adresse der Betroffenen. „Macht euch keine Sorgen über die Finanzierbarkeit laufender Projekte.“ Bestückt wird der „Stephana“ genannte Hilfsfonds aus Rücklagen des Bistums. Es gebe die Möglichkeit, ihn um zehn Prozent aufzustocken oder sogar um fünf Millionen Euro zu erhöhen, hieß es in einer Mitteilung des Bistums. Durch das Kontaktverbot und andere Corona-Vorgaben sei es derzeit viel schwerer als sonst, Mittel einzuwerben. Das treffe die Kirchenstiftungen in besonderem Maße. Gerade auch Bauprojekte sollten so weiter realisierbar sein, denn „von diesen wiederum hängen gerade bei Bauvorhaben auch zahlreiche Arbeitsplätze in Mittelstand und Handwerk ab“.

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Donnerstag, 2. April, 16.47 Uhr: Das Innenministerium hat mit Blick auf das Wochenende klargestellt, dass Motorradausflüge in Bayern wegen der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. Einzig für den Weg zum Ausgangsort eines Spaziergangs dürften die Bikes genutzt werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bat allerdings darum, bei Zweifeln lieber zu Hause zu bleiben. „Wir brauchen alle Kräfte im Kampf gegen das Virus. Wir müssen Rettungswesen und die Krankenhäuser soweit wie möglich entlasten“, sagte er mit Blick auf die Unfallgefahr.

Die Polizei kündigte derweil in weiten Teilen des Freistaats verstärkte Kontrollen an. „Wir versuchen damit, extremen Auswüchsen vorzubeugen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd drohte mit Anzeigen. „Wenn die Begründung des Spazierengehens zum Beispiel von der Route her keinen Sinn ergibt, werden wir unsere Schlüsse ziehen“, sagte eine Sprecherin.

Flüchtlingsrat zeigt Staatsregierung an

Donnerstag, 2. April, 16.05 Uhr: Der Bayerische Flüchtlingsrat hat das Innenministerium und die sieben Bezirksregierungen wegen Verstößen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen in den Gemeinschaftsunterkünften angezeigt. So seien alleinstehende Asylsuchende nach wie vor in Mehrbettzimmern untergebracht und könnten deshalb die soziale Distanz und den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten, teilte der Flüchtlingsrat mit. Auch müssten die Bewohner weiterhin gemeinsam Kantine, Toiletten, Waschräume und Küchen benutzen.

Der Flüchtlingsrat forderte daher das Innenministerium zum Handeln auf. Es gebe genügend leerstehende Unterkünfte, auf die die Geflüchteten verteilt werden könnten, um eine Unterbringung in Einzelzimmern zu gewährleisten. Zur Not müssten auch leerstehende Hotels angemietet werden. Dies sei ein „unabdingbarer Beitrag“ zum Infektionsschutz – nicht nur für die Geflüchteten selbst, sondern für die gesamte Bevölkerung. Die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg bestätigte, dass die Anzeige eingegangen sei.

„An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein“

Donnerstag, 2. April, 15.55 Uhr: Der Einzelhandel beobachtet eine Normalisierung der Einkaufssituation. „An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann. Die Versorgungssituation entspanne sich immer mehr. „Langsam setzt sich die Vernunft durch.“ Inzwischen sinke die Wahrscheinlichkeit, bei besonders gesuchten Produkten vor leeren Regalen zu stehen, sagte Ohlmann. Bei den Kunden festige sich die Erkenntnis, dass die Warenversorgung gesichert sei, und sie hätten inzwischen Vorräte angelegt. „Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier.“ Nach wie vor sehr viel höher als sonst sei der Bedarf nach Desinfektionsmittel, sagte Ohlmann. Zudem gebe es bei frischem Obst und Gemüse einen Anstieg um etwa 30 bis 40 Prozent, weil die Menschen jetzt mehr zu Hause kochten. Auch frische Milchprodukte würden vermehrt nachgefragt.

Bayern entgehen mindestens fünf Milliarden Euro an Steuern

Donnerstag, 2. April, 14.39 Uhr: Die Corona-Krise reißt ein riesiges Loch in den bayerischen Staatshaushalt. Durch Steuerstundungen und Rückerstattung von Vorauszahlungen habe der Freistaat bereits heute zwei Milliarden Euro weniger in der Kasse, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU). Bis Jahresende dürften die Steuereinnahmen um fünf Milliarden Euro unter Plan liegen – eher mehr. Auf der anderen Seite stellt der Freistaat 60 Milliarden Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen in Not mit Kreditbürgschaften oder stillen Staatsbeteiligungen zu retten und Arbeitsplätze zu erhalten. 60 Milliarden sei die Größe eines Jahreshaushalts, betonte Füracker. Aber es gebe keine Alternative. Bayerische Unternehmen dürften jetzt nicht zum Schnäppchen für chinesische Investoren werden.

„Völliger Blödsinn“ sei es, in dieser Lage Steuererhöhungen zu fordern, sagte Füracker mit Blick auf die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken. Die Wirtschaft sei heute am Anfang einer tiefen Rezession. „Wir konzentrieren uns im Moment darauf, Arbeitsplätze zu erhalten“, auch mit Kurzarbeitergeld. Wenn die Wirtschaft nach Eindämmung der Seuche wieder anlaufe, sei in Berlin rasch eine andere Steuerpolitik notwendig – von der Stromsteuer über die Mehrwertsteuer im Gastgewerbe bis zur Luftverkehrssteuer. Dann „brauchen wir ein richtig großes Konjunkturpaket.“

FDP: Sommersemester erst im August beginnen lassen

Donnerstag, 2. April, 13.26 Uhr: Die FDP-Landtagsfraktion fordert, den Beginn des Sommersemesters an den Hochschulen auf August zu verschieben. Es sei „grob fahrlässig“, dass Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) angesichts der aktuellen Lage immer noch am Semesterstart am 20. April festhält, sagte der FDP-Abgeordnete Wolfgang Heubisch, der selbst von 2008 bis 2020 Wissenschaftsminister in Bayern war. Der Höhepunkt der Corona-Pandemie sei längst noch nicht erreicht, viele Studierende seien verunsichert. Heubisch appellierte an Sibler, den Start des Sommersemesters frühestens auf August zu verschieben. Nur so könne sichergestellt werden, dass das ganze Studienhalbjahr unter halbwegs vernünftigen Bedingungen stattfinde. Onlinekurse könnten zeitlich unabhängig davon absolviert werden. Das Wintersemester könnte dann verspätet am 2. November beginnen.

Auch Häftlinge nähen Schutzmasken

Donnerstag, 2. April, 13.20 Uhr: Gefangene in mehreren bayerischen Haftanstalten sind in die Produktion von Mund-Nasen-Schutzmasken eingestiegen. Laut Justizministerium werden diese in der JVA Aichach bereits seit 26. März in Serie hergestellt. Seit Donnerstag beteiligen sich nun auch die Gefängnis-Schneidereien in Amberg, Kaisheim und München. In nächster Zeit würden 150 000 Schutzmasken genäht, bis zu 45 Gefangene würden mithelfen. Sie nähen für einen bayerischen Textilzulieferer der Automobilindustrie, der den Freistaat beliefert. Die Firma schicke Masken-Rohlinge in die Gefängnisse, die Gefangenen verarbeiteten diese weiter und nähten etwa die Gummilitze an. Dann nehme die Firma die Ware zurück und liefere sie ins Zentrallager der Staatsregierung.

Uni-Klinik Erlangen sucht Ex-Patienten für Blutspenden

Donnerstag, 2. April, 12.32 Uhr: Die Universitätsklinik in Erlangen hat Freiwillige gesucht, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten und nun seit mindestens zwei Wochen wieder gesund sind. Mit ihrer Hilfe möchte Holger Hackstein, der Leiter der Transfusionsmedizin am Uniklinikum, versuchen, „schwer kranken Covid-19-Patienten“ womöglich das Leben zu retten. Bei einer Infektion bildet der Körper spezielle Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Aus Blutspenden der wieder gesunden Ex-Patienten will Hacksteins Team diese Antikörper gewinnen, sie aufbereiten und das Blutplasma den Schwerkranken geben. Der Aufruf war erfolgreich: Laut Uni-Klinikum meldeten sich binnen weniger Stunden mehr als 200 Personen. Mehr Freiwillige könne man in das Programm nicht aufnehmen, die Suche werde daher wieder beendet, teilte die Klinik am Donnerstagnachmittag mit.

Warum Gesichtsmasken keine Schutzmasken sind

Donnerstag, 2. April, 12.08 Uhr: Von Textilbetrieben oder Privatpersonen genähte Gesichtsmasken dürfen nach den Worten von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nicht suggerieren, dass sie gegen alles schützen. Oftmals werden sie auch als Mund-Nasen-Schutz oder als Mundschutz bezeichnet – das Wort Schutz sei dabei kritisch und somit nicht erlaubt, sagte Aiwanger. „Das wäre eine Irreführung und somit angreifbar.“ Wer die als Geschenk oder für den Vertrieb vorgesehenen Masken schlicht Mund-Nasen-Masken nenne, sei also gut beraten. „Wenn man nicht suggeriert, dass das ein hundertprozentiger Schutz ist, dann ist das erlaubt.“ Viele Textilbetriebe wie Nähereien oder Kostümabteilungen von Theatern haben in den vergangenen Wochen auf die Produktion von Gesichtsmasken umgestellt. Manche wurden mit Abmahnschreiben konfrontiert.

Minister wollen mehr Selbstversorgung mit Obst und Gemüse

Donnerstag, 2. April, 10.47 Uhr: Wegen fehlender Erntehelfer in der Corona-Krise könnten einige Obst- und Gemüsesorten laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teurer und knapp werden. Beim Wegbrechen von Lieferketten, etwa aus Italien, „könnte es durchaus auch zu Engpässen kommen“, sagte die CSU-Politikerin dem Bayerischen Rundfunk. „Wenn die Ware knapp wird, könnte es auch passieren, dass der Preis für Obst und Gemüse steigen kann.“ Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rief indes zu mehr Selbstversorgung in Bayern auf. „Wir müssen deshalb alles tun, um jetzt bei uns den Salat zu pflanzen, die Gurken zu pflanzen und dergleichen mehr“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident in der BR-Fernsehsendung „Jetzt red i“. Das gelte für Gemüsebauern und Gärtnereien wie für private Gartenbesitzer. „Wir müssen hier sehr stark auf die Selbstversorgung setzen.“ Der Grad der Selbstversorgung von Gemüse liegt laut Kaniber in Bayern bei 40 Prozent. Bei Obst sind es sieben Prozent.

Grünen fordern Gefahrenzulage für Ärzte und Pfleger

Donnerstag, 2. April, 7.17 Uhr: Während der Corona-Krise sollten alle Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Sektor nach Ansicht der Grünen eine steuerfreie Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro pro Monat bekommen. „Für alle Menschen, die (. ) jetzt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, um das Leben anderer zu retten, fordern wir eine monatliche Gefahrenzulage von bis zu 500 Euro (drei Euro pro Stunde)“, heißt es in einem 20-Punkte-Plan zur Corona-Krise, den die Grünen-Fraktion im Landtag beschlossen hat. „Applaus mag das Brot des Künstlers sein. Man kann ihn aber nicht essen und seinen Kindern keine Kleidung davon kaufen“, sagte Fraktionschefin Katharina Schulze. In der aktuellen Krise habe die Politik nicht nur die Aufgabe, das Geschehen ins Auge zu nehmen, sondern müsse auch einen „Masterplan“ für das Jetzt und das Später entwickeln, betonte Schulze. Das Papier der Grünen liefere hierzu einen Beitrag.

Es umfasst diverse Maßnahmen neben den finanziellen Hilfen – auch für Medien -, mehr Digitalisierung in der Bildung und die Rückkehr zum grenzfreien Warenverkehr in Europa. Darüber hinaus fordern die Grünen, die Regelsätze von Hartz IV rückwirkend zum 1. April 2020 und zunächst befristet bis zum Ende des Jahres um mindestens 20 Prozent anzuheben. Auch Eltern sollen durch Erweiterungen von Kinderkrankengeld, Pflegeurlaub beziehungsweise Pflegefreistellung und Kündigungsschutz mehr unterstützt werden.

Zu viele Corona-Infektionen: Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb auf

Mittwoch, 1. April, 22.16 Uhr: Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt die Münchner Helios-Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. Die Klinik hatte ein gehäuftes Auftreten von Covid-19-Fällen verzeichnet, besonders auf einer gemischt internistischen und einer chirurgischen Station. Als Gegenmaßnahme gibt es nun bis auf weiteres weder stationäre Aufnahmen, Verlegungen noch Entlassungen. Auch die Notaufnahme ist davon betroffen.

Bislang wurden 14 Patienten und zwei Mitarbeiter positiv getestet. In Abstimmung mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt werden darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für Verdachtsfälle und positiv Getestete bestanden, auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet. Mitarbeiter sollen in der Öffentlichkeit zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und mit Ausnahme ihrer Arbeitszeit zu Hause in Quarantäne bleiben. So sollten Infektionsketten unterbrochen werden.

Weniger Asylbewerber kommen nach Bayern

Mittwoch, 1. April, 21.42 Uhr: Der Zugang neuer Asylbewerber nach Bayern ist mit der Corona-Krise massiv gesunken. Während im Februar im Schnitt rund 311 Personen pro Woche im Freistaat ankamen, waren es in den ersten drei Märzwochen 274, 232 und 111, vergangene Woche dann nur noch 38 Personen. Dies teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch mit. In der Gesamtheit der staatlichen und kommunalen Asylunterkünfte waren demnach Ende März etwa 89 000 Menschen untergebracht. Die bisherige Höchstzahl lag, im Mai 2020, bei 155 000. Man nutze den starken Rückgang nun, um die Belegung – wo immer möglich – zu entzerren. Flüchtlingshelfer hatten zuletzt vereinzelt Defizite bei Mindestabständen sowie beengte Verhältnisse trotz freier Kapazitäten beklagt.

Künftig bis zu 13 000 Corona-Tests pro Tag

Mittwoch, 1. April, 20.03 Uhr: Bayern hat die Testkapazitäten massiv ausgebaut. Darauf hat Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch hingewiesen. „Unser Ziel ist es, möglichst rasch Klarheit bei Verdachtsfällen zu bekommen“, sagte Huml. Dies sei wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen zu können. Bayern soll seine Kapazitäten daher auf 13 000 Tests pro Tag steigern.

Davon entfallen rund 11 000 Tests auf Privatlabore und rund 2000 auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Voraussetzung sei, dass genügend Probenmaterial zur Verfügung stehe. Huml verwies darauf, dass es in Bayern nach Angaben des LGL bereits mehr als 110 000 Corona-Tests gab. Davon waren rund 8,7 Prozent positiv. Huml sagte: „Bayern verfolgt die Strategie, die Laborkapazitäten gezielt zur Testung von begründeten Verdachtsfällen und engen Kontaktpersonen einzusetzen.“ Bevorzugt getestet werden sollen daher vor allem Personen aus der Gesundheitsversorgung und der Pflege.

Heimbewohner wegen Corona-Infektion verlegt

Mittwoch, 1. April, 18.43 Uhr: Die Gesundheitsbehörden im Landkreis Rosenheim haben am Mittwoch das Alten- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach vollständig räumen lassen. Eine lange Reihe von Rettungswagen und Krankentransportern brachte alle Bewohner in verschiedene Kliniken in der Region. Ein Großteil der betagten Bewohner und des Pflegepersonals ist mit dem Coronavirus infiziert. Bisher ergaben bei den Bewohnern laut Landratsamt 31 von 41 Tests ein entsprechendes Ergebnis. Die Leitung der Einrichtung und zahlreiche Mitarbeiter befänden sich in Quarantäne.

Unter diesen Umständen könne die Versorgung der Bewohner nicht mehr in der nötigen Form sichergestellt werden, hieß es am Mittwochnachmittag vom Landratsamt. Die Heimaufsicht des Landkreises habe daher die Räumung des Heims angeordnet. An dem Großeinsatz beteiligten sich neben der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr zahlreiche BRK-Kräfte aus Rosenheim und Miesbach sowie von anderen Rettsunorganisationen. Sie brachten die Bewohner in mehrere private Fach- und Rehabilitationskliniken, jedoch vorerst nicht in die beiden Krankenhäuser in Rosenheim und Wasserburg, in denen der Landkreis vorrangig schwer erkrankte Corona-Patienten behandeln will.

Bayerischer Landtag gibt sich Corona-Paragraf

Mitwoch, 1. April, 18.29 Uhr: Die Geschäftsordnung des Landtags soll geändert werden, um den Parlamentsbetrieb auch in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten. Regeln, die bis jetzt auf der Solidarität zwischen den Fraktionen basierten, sollen damit in eine rechtliche Form gegossen werden. In einem Entwurf, über den die Fraktionen noch einmal beraten werden, ist zu lesen, dass extra für die Corona-Krise ein Paragraf eingefügt werden soll. Dort soll etwa bestimmt werden, dass eine Vollsitzung des Parlaments schon bei einem Fünftel der Abgeordneten erreicht ist und die Zusammensetzung dem Stärkeverhältnis der Fraktionen entsprechen soll. Ähnliches soll für Ausschüsse gelten, die nur noch elf Mitglieder haben sollen.

Die Beschlussfähigkeit, zu der eigentlich die Mehrheit der Abgeordneten im Plenum anwesend sein muss, dürfe nicht angezweifelt werden, genauso wenig wie eine Abstimmung. Um Prozesse zu beschleunigen soll von Fristen im Gesetzgebungsprozess abgewichen werden dürfen. Ausnahmsweise könnten Ausschusssitzungen auch vollständig als Videokonferenz abgehalten werden, abgesehen von geheimen Sitzungen. Die Änderungen sollen bis zum 29. September 2020 gelten, können aber jederzeit vorher vom Landtag beendet werden.

Söder: Wegen Corona vorerst keine Aufnahmen in Alten- und Pflegeheime

Mittwoch, 1. April, 17.44 Uhr: Zum Schutz von Alten, Kranken und Behinderten vor Ansteckungen mit dem Coronavirus sollen Pflegeheime laut Ministerpräsident Markus Söder vorerst keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. „Neuaufnahmen sollen in den entsprechenden Einrichtungen reduziert oder ausgeschlossen werden“, sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder. Für Neuaufnahmen oder auch Wiederaufnahmen etwa nach einem Krankenhausaufenthalt sollten die Kapazitäten der Reha-Kliniken genutzt werden. Für Bayern sei dies ein sehr gangbarer Weg, es gebe dort noch viele freie Plätze.

Darüber hinaus kündigte Söder an, dass die Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen weiter verschärft werden sollen. „Wir werden nahezu vollständige und mehrmalige Tests anordnen. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen, um dort einmal die maximal beste Ausstattung zu haben, was Tests betrifft“, sagte er. Ferner sollten Alten- und Pflegeheime eine hohe Priorität für die hochwertigsten Schutzmasken bekommen. „Und wir wollen für jede dieser Einrichtung jetzt ab sofort einen Hygienecheck nochmal machen mit einer fachärztliche Beratung.“

Bayerische Staatsoper verschiebt Opernprojekt von Marina Abramovic

Mittwoch, 1. April, 17.41 Uhr: Das mit Spannung erwartete Opernprojekt „7 Deaths of Maria Callas“ der Performance-Künstlerin Marina Abramovic wird nicht wie geplant per Live-Übertragung im Internet uraufgeführt. Man müsse das Vorhaben wegen der Corona-Pandemie verlegen, teilte die Bayerische Staatsoper am Mittwoch in München mit. Bis jetzt sei das Projekt in Kleinstgruppen vorbereitet worden, jetzt müssten viele Leute auf der Bühne und im Orchester eingebunden werden. Auch die Montagskonzerte, die bislang gestreamt wurden, wurden abgesagt. Stattdessen werde sich die Kostümabteilung auf die Produktion von Schutzmasken verlegen, auf freiwilliger Basis. Staatsintendant Nikolaus Bachler sagte, es schmerze ihn persönlich, doch in dieser Zeit stellten sich andere Fragen. Gleichwohl müsse es möglich sein, auch in der Krise die Arbeit an der Kunst aufrechtzuerhalten. „Wir müssen aufpassen, dass die pandemische Krise keine Krise unserer Institutionen, unseres Charakters und unserer Gesellschaft wird.“ In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter in Presseberichten ihre Sorge über die Arbeitsbedingungen geäußert, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr.

Strikte Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich verlängert

Mittwoch, 1. April, 16.52 Uhr: Die strikte Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich ist bis zum 9. April verlängert worden. Mit 140 Infizierten bilde die 7700-Einwohner-Stadt weiterhin den Schwerpunkt im Landkreis Tirschenreuth, sagte Landratsamtssprecher Walter Brucker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ein Krisenstab des Landratsamtes stellte weiterhin „eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation mit starker Zunahme der Fallzahlen“ fest. Insgesamt seien 579 Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Damit hat der Landkreis deutschlandweit die meisten Infizierten gemessen an der Einwohnerzahl. 31 Menschen starben bislang an der Covid-19-Infektion. In fast allen Landkreisgemeinden gebe es bestätigte Fälle, hieß es. Das Landratsamt gehe deshalb weiterhin von stark steigenden Fallzahlen aus, da nach wie vor Hunderte Testergebnisse ausstünden.

Die Ausgangssperre für das Stadtgebiet Mitterteich wurde am 18. März vom bayerischem Innenministerium erlassen, weil über die Hälfte der damals bestätigten Covid-19-Infektionen im Kreis in Mitterteich gezählt wurden. Die Ausgangssperre war die erste in ganz Bayern und war zunächst auf den 2. April befristet worden. Im restlichen Landkreisgebiet gelten die normalen Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern

Mittwoch, 1. April, 16.29 Uhr: Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern. Die Bürger „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.Die entsprechenden Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April gelten – an diesem Tag enden in Bayern die Osterferien der Schüler.

Nach dpa-Informationen mahnten Merkel für die Bundesregierung und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Regierungschefs der Länder an, dass es vor Ostern keinerlei Diskussion über Lockerungen der bestehenden Maßnahmen geben solle. Am 14. April – dem Dienstag nach Ostern – wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

Zahl der Coronavirus-Fälle steigt auf 17 151 – jetzt 241 Tote

Mitwoch, 1. April, 16.12 Uhr: Die Zahl der Toten in Folge der Corona-Pandemie steigt in Bayern weiter an. Bis Mittwoch um zehn Uhr hatte das Landesamt für Gesundheit (LGL) insgesamt 241 Todesfälle und 17 151 Infizierte registriert. Das sind 1646 Infizierte und 50 Todesfälle mehr als am Dienstag. Von den Infizierten sind inzwischen 2230 wieder genesen. Besonders schwierig ist nach wie vor die Lage im Landkreis Tirschenreuth, wo rechnerisch auf 100 000 Einwohner 691 Fälle kommen. Bis Mittwoch gab es dort laut LGL 501 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Außerhalb der Stadt München ist der Landkreis Rosenheim bei den absoluten Fallzahlen mit 791 am schlimmsten betroffen. Weil der Landkreis Rosenheim allerdings 258 000 Einwohner hat, liegt die Zahl der Fälle auf 100 000 Einwohner gerechnet bei 303 – und damit niedriger als in Tirschenreuth. Die meisten Toten gibt es unter Menschen, die älter als 80 Jahre sind: Hierbei wurden bis Mittwoch 94 verstorbene Frauen und 65 verstorbene Männer gezählt.

Vermutlich neun Tote durch Corona-Infektionen in Seniorenheim

Mittwoch, 1. April, 15.22 Uhr: In einem Seniorenheim in Harburg (Landkreis Donau-Ries) sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU) am Mittwoch. Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer Covid-19-Erkrankung als Ursache auszugehen.

Zwei weitere positiv getestete Heimbewohnerinnen seien derzeit in medizinischer Behandlung, eine von ihnen sei ins Krankenhaus gebracht worden. „Es wird alles unternommen, um zeitnah aufzuklären, wer mit wem Kontakt hatte“, so Rößle weiter. So würden nach Möglichkeit Tests bei allen Mitarbeitern und Bewohnern des Heims mit Symptomen durchgeführt. In den vergangenen Tagen häufen sich die Todesfälle in bayerischen Pflegeheimen. Mehrere Todesfälle wurden beispielsweise auch aus einem Altenheim in Schweinfurt und einem Würzburger Pflegeheim gemeldet.

Bayern zahlt Verpflegung für Mitarbeiter in Pflege und Krankenhäusern

Mittwoch, 1. April, 14.02 Uhr: Der Freistaat bezuschusst in der Corona-Krise ab sofort die Verpflegungskosten für alle Mitarbeiter in allen bayerischen Krankenhäusern, Universitäts- und Reha-Kliniken sowie Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. „Um die Unterstützung ab dem 1. April 2020 möglichst unbürokratisch sicherzustellen, können betroffene Einrichtungen Anträge beim Landesamt für Finanzen einreichen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch. Pro Mitarbeiter und Tag zahlt der Freistaat bis auf Weiteres eine Erstattungspauschale von 6,50 Euro. Die Co-Finanzierung hatte das Kabinett als Zeichen der Anerkennung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bereits am 24. März beschlossen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Krankenhäusern leisten täglich großartige Arbeit. Sie sind die, die Erkrankte versorgen, die Hoffnung hochhalten und sich bei ihrer Arbeit selbst der Gefahr einer Ansteckung aussetzen“, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU).

Ärzte, Schwestern und Pfleger fahren in München jetzt kostenlos Taxi

Mittwoch, 1. April, 13.04 Uhr: Ärzte, Schwestern und Pfleger können in München ab sofort auf dem Weg zur Arbeit und zurück kostenlos taxifahren. Mit dem Nulltarif solle medizinisches Personal in der Corona-Krise unterstützt werden, teilte ein Sprecher des Taxiverbands München am Mittwoch mit. Anrufen müsse man dafür bei einer der beiden lokalen Taxizentralen. „Dann fährt man zur Klinik oder nach Hause von der Klinik umsonst“, sagte der Sprecher. Die Arbeit in der Gesundheitsbranche müsse allerdings nachgewiesen werden. Erstmal läuft das Projekt auf Kosten der Taxiunternehmen. Für eine längerfristige Lösung werde noch auf Rückmeldung des Bundesverkehrsministeriums gewartet: „Wir können das natürlich nicht ewig tragen“, sagte der Sprecher. Dann solle es zudem möglich gemacht werden, sich neben Lebensmitteln auch Medikamente liefern zu lassen, hieß es weiter. Laut der Taxizentrale Nürnberg gibt kostenlose Fahrten für Klinikpersonal in der zweitgrößten Stadt im Freistaat nicht. Dafür könne man sich hier sowohl Einkäufe als auch Medikamente für einen Pauschalpreis von 10 Euro mit dem Taxi bringen lassen, sagte ein Sprecher.

Bayern verschiebt wegen Corona-Krise auch Prüfungen an Oberschulen

Mittwoch, 1. April, 10.55 Uhr: Nach den Abiturprüfungen an den Gymnasien werden wegen der Corona-Krise auch die Abschlussprüfungen an den beruflichen Oberschulen und den Fachoberschulen nach hinten geschoben. „Mir ist es wichtig, dass auch in dieser Ausnahmesituation faire Bedingungen bei den Abschlussprüfungen sichergestellt werden“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch. Die Prüfungen sollten nun am 18. Juni und nicht wie ursprünglich vorgesehen am 25. Mai beginnen, sofern der Unterricht nach den Osterferien wieder aufgenommen werden könne. Möglich sei die Verschiebung, da die Meldefristen für bundesweit vergebene Studienplätze ebenso verschoben seien wie für die örtlichen Zulassungsverfahren an den Hochschulen. „Die Schülerinnen und Schüler, die dies wollen, sollen zum nächstmöglichen Termin ein Studium antreten können“, sagte Piazolo. In Bayern absolvieren 2020 rund 25 000 Schüler beruflicher Oberschulen ihre Abschlussprüfungen. Der neue Terminplan für die Fachabitur- beziehungsweise Abiturprüfungen 2020 an beruflichen Oberschulen sieht unter anderem die schriftlichen Prüfungen in Deutsch für den 18. Juni vor, Englisch am 19. Juni, Mathematik am 22. Juni und im Profilfach am 23. Juni. Das Zeugnisdatum wird auf den 29. Juli 2020 verschoben. „Aufgrund der dynamischen Entwicklung können zusätzliche Anpassungen bei den Abschlussprüfungen 2020 nicht ausgeschlossen werden“, hieß es weiter.

Erzbistum München und Freising verschiebt Firmung und Erstkommunion

Mittwoch, 1. April, 9.53 Uhr: Im Erzbistum München und Freising werden Firmung und Erstkommunion wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus bis Pfingsten verschoben. „Manche Hoffnungen werden enttäuscht, aber wir müssen weiter verantwortlich handeln“, heißt es in einem Schreiben von Generalvikar Christoph Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann an die Pfarreien im Bistum. Darin wird die Verschiebung der Firmungen angekündigt und „nachdrücklich empfohlen, auch alle Erstkommunionfeiern bis Pfingsten aufzuschieben“. Es gehe darum, den Pfarreien „Orientierung in diesem so zentralen Bereich des pastoralen Handelns“ zu geben. Auch die betroffenen Familien bräuchten Gewissheit für ihre Planungen. Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit alle Gottesdienste in Bayern und deutschlandweit verboten. Auch zu Ostern wird es keine geben.

Bayerns Zoos rechnen mit hohen Finanzeinbußen

Mittwoch, 1. April, 7.03 Uhr: Zoos und Tiergärten in Bayern sind wegen der Corona-Krise bis zum Ende der Osterferien geschlossen und fürchten hohe Einbußen. „Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen“, sagt Rasem Baban, Direktor im Tierpark Hellabrunn in München. Er rechnet mit Einbußen von zwei Millionen Euro während der fünfwöchigen Schließung. Die Osterferien seien für Zoos der Start in die Saison und besonders besucherstark. „Das kann man nicht aufholen“, sagt er. Der Verband der Zoologischen Gärten hat ein Soforthilfe-Programm über 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert. „Die Auswirkungen sind enorm“, sagt auch Barbara Jantschke, Direktorin des Zoos in Augsburg. Sie rechnet mit bis 700 000 Euro an Einbußen durch die Schließung bis zum 19. April. Aus eigener Kraft werde der Zoo den Ausfall an Einnahmen nicht ausgleichen können. In Bayern gibt es vier Zoos – neben München und Augsburg noch in Nürnberg und Straubing.

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