Trading News JuniJuli 2020 Aktuelles aus Wirtschaft & Co

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Newsrückblick zum Jahreswechsel 2020/2020

Viele von uns blicken zuversichtlich ins neue Jahr. Auch auf ein weiteres Wachstum der Weltwirtschaft hoffen viele. In der Eurozone soll die Konjunktur ebenfalls weiterhin anziehen. Von diesen optimistischen Ausblicken profitierten an den ersten Handelstagen im neuen Jahr auch die Börsen. Der DAX kletterte auf über 13.000 Punkte und auch die Wall Street startete sehr gut ins neue Jahr.

Wirtschaft

EU

Athen sorgt für Zeit nach Rettungsprogramm vor

Die Athener Zentralbank muss sich auf die Zeit nach dem Rettungsprogramm, dass im Sommer 2020 ausläuft, vorbereiten. Die griechische Notenbank fordert von der Athener Regierung und den internationalen Geldgeber Klarheit, ob es nach Ende des Rettungsprogramms weitere Unterstützungsmaßnahmen zur Vorsorge geben werde. Das aktuelle Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro endet im August. Experten zufolge wird das Land auch danach auf Hilfe angewiesen sein. Dies könnte beispielsweise eine zur Vorsorge bereitgestellte Kreditlinie durch den Euro-Rettungsfonds ESM sein.

Die aktuellen Wachstumsprognosen für das Land verbesserten sich. Die griechische Notenbank erwartet einen Anstieg des Wirtschaftswachstums von 1,6 Prozent auf 2,4 Prozent für 2020 und 2,5 Prozent in den nächsten Jahren. Risiken für die Wirtschaft bergen jedoch unter anderem die vielen faulen Kredite griechischer Banken. Seit Juni 2020 werden die griechischen Banken wieder regulär durch die EZB mit Geld versorgt, nachdem sie über ein Jahr von Notkrediten der griechischen Notenbank abhängig gewesen waren.

Streit um Börsenzugang zwischen der EU und der Schweiz

Die Schweizer Börsen haben derzeit lediglich befristeten Zugang zur Europäischen Union. Die Regierungen in der EU haben entschieden, die Börsen in Zürich und Bern zunächst nur für ein Jahr als gleichwertige außereuropäische Handelsplätze anzusehen. Dies sorgt derzeit für Unstimmigkeiten und wird von der Schweizer Regierung scharf kritisiert. Laut Bundespräsidentin Doris Leuthard erfülle die Schweiz die Bedingungen zur Anerkennung der Börsenäquivalenz ebenso wie andere Drittstaaten, die bereits eine unbefristete Anerkennung erhalten haben. Zudem bezweifelte sie die Rechtmäßigkeit der Entscheidung der EU. Sie stellte zudem die sogenannte Kohäsionsmilliarde, eine Unterstützungszahlung der Schweiz an die EU, infrage. Die Schweizer Regierung will nun die heimischen Finanzplätze stärken. Dafür soll das Finanzministerium Vorschläge erarbeiten. Unter anderem soll die sogenannte Stempelabgabe auf Wertpapiertransaktionen abgeschafft werden.

Die EU-Kommission hatte eine unbefristete Anerkennung der Börsen in der Schweiz, wie auch bei US-Börsen, vorgeschlagen. Nun verbindet die EU die Verlängerung der Anerkennung allerdings mit einem Rahmenabkommen, in dem das Verhältnis der Schweiz zur EU umfassend geregelt werden soll. Bereits seit 2020 laufen hierzu Gespräche.

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Hohe Belastungen für deutsche Wirtschaft nach Brexit

Auch wenn sich Großbritannien und die EU auf ein Freihandelsabkommen verständigen, wird es zwischen Großbritannien und Deutschland wieder Zollkontrollen geben. Dies könnte 2,7 Millionen neue Zollanmeldungen bedeuten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach in früheren Berechnungen sogar von 15 Millionen neuer Zollpapiere, also Zollanmeldungen und Präferenznachweise. Für deutsche Unternehmen könnte dies Verwaltungskosten in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten.

DIHK fordert Verzicht auf Steuererhöhungen

Vor Beginn der Sondierungsgespräche zwischen der Union und der SPD, die Anfang Januar starten sollen, fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag einen Verzicht auf Steuererhöhungen. DIHK-Präsident Eric Schweitzer verweist darauf, dass eher Entlastungen, auch für Besserverdienende, notwendig seinen. Schweitzer tätigte diese Aussagen auch vor dem Hintergrund der Steuerreform in den USA. Frankreich und Großbritannien planen ebenfalls Steuersenkungen für Unternehmen. Deutschland müsse hier wettbewerbsfähig bleiben. Unter anderem forderte Schweitzer eine Senkung der Körperschafts- und Gewerbesteuer.

Wirtschaftsverbände gehen zuversichtlich ins neue Jahr

Aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln unter 46 Wirtschaftsverbände geht hervor, dass fast alle Verbände recht zuversichtlich ins neue Jahr gehen. Lediglich zwei Verbände bewerten ihre derzeitige Lage schlechter als noch vor einem Jahr. Einem Verband mache hohe Konkurrenz zu schaffen, der zweite kämpft mit niedrigen Zinsen und Margen. Ende 2020 schätzten noch neun Verbände ihre Situation schlechter ein. Der Großteil der Experten erwartet, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zum neunten Mal in Folge wächst. Das Ifo-Institut erwartet ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent.

Rekordjahr an deutschen Flughäfen

Laut einer Schätzung des Branchenverbandes ADV war im abgelaufenen Jahr die Passagierzahl an den deutschen Flughäfen mit 235 Millionen so hoch wie noch nie. Außerdem wurden zum ersten Mal über fünf Millionen Tonnen Luftfracht bewegt. Dies ist ein Wachstum von acht Prozent. Im neuen Jahr könnten weitere Rekorde dazukommen. Die Passagiernachfrage soll um 4,2 Prozent steigen; das Luftfrachtaufkommen um 5,1 Prozent. Damit wachsen viele deutsche Flughäfen und die Nachfrage bleibt hoch. Allerdings sind die Insolvenzen bekannter Airlines ein Wermutstropfen.

Höherer Ölverbrauch in Deutschland

In Deutschland wurde 2020 drei Prozent mehr Öl verbraucht; insgesamt 106,6 Milliarden Tonnen. Dies geht aus Zahlen des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) hervor. Der Grund für den Anstieg des Ölverbrauchs sei die gute Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Der Verkauf von Benzin und Diesel stieg um je zwei Prozent. Die Hälfte des Mineralölverbrauchs ist auf Kraftstoffe zurückzuführen.

Auch die Ölpreise stiegen im abgelaufenen Jahr. Ein Barrel der Ölsorte Brent war 2020 durchschnittlich 55 Dollar wert. Im Vorjahr lag der Preis für ein Barrel noch bei 45 Dollar im Durchschnitt. Die höheren Preise wirkten sich auch auf die Verbraucher aus. Beispielsweise kostete ein Liter Diesel acht Cent mehr als im Vorjahr.

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USA

Uneinigkeit bei der Fed über Straffung der Geldpolitik

An der Spitze der Fed ist man sich zurzeit uneinig, wie stark die geplante Straffung der Geldpolitik im neuen Jahr ausfallen soll. Einige Mitglieder im Offenmarktausschuss sind der Ansicht, dass drei Zinserhöhungen im Jahr 2020 zu viel sein könnten. Andere dagegen glauben, dass eine stärkere Straffung notwendig sein könnte.

Einigkeit herrschte dagegen darin, dass die Zinsen stufenweise angehoben werden sollen. So könne man Risiken für den Konjunkturausblick und die Inflation am besten ausbalancieren. An den Märkten geht man derzeit davon aus, dass die nächste Zinserhöhung im März stattfinden wird. Dann wird Jerome Powell bereits neuer Fed-Chef sein.

Zudem geht aus den Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung hervor, dass auch diskutiert wurde, welchen Einfluss die kurz vor Weihnachten verabschiedete Steuerreform auf den Zinskurs haben könnte. Nach Ansicht vieler Fed-Mitglieder könnte diese den privaten Konsum ankurbeln. Auch Unternehmen könnten zu mehr Investitionen bewegt werden. So könnte die Konjunktur über Jahre einen weiteren Schub bekommen.

Ex-Berater von George W. Bush als Fed-Vize im Gespräch

Larry Lindsey, der ehemalige Chef des Nationalen Wirtschaftsrats, gilt als Kandidat für den seit Oktober vakanten Posten des Fed-Vizechefs. Lindsey arbeitet zurzeit als Wirtschaftsberater und war auch an der Harvard University tätig. Die US-Regierung sucht derzeit einen überzeugenden Kandidaten für den Fed-Posten. Schon von 1991 bis 1997 war Lindsey im Direktorium der Fed. Zudem ist er wie auch der neue Fed-Chef Jerome Powell Republikaner und verfügt durch seine Arbeit für die Ex-Präsidenten George W. Bush und Ronald Regan auch über politische Erfahrung.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Gefahr der Überhitzung durch Geldpolitik der EZB

Der dänische Finanzminister Kristian Jensen sieht die Gefahr, dass die Konjunktur in der Eurozone durch die ultralockere Geldpolitik der EZB überhitzt. Der Aufschwung der Konjunktur in Europa trage sich in vielen Ländern mittlerweile selbst, sagte Jensen. Daher müsse die EZB nun damit beginnen, ihre Geldflut einzudämmen und die Geldpolitik zu straffen. Zudem sprach er den Arbeitskräftemangel an, unter dem Dänemark, Deutschland und andere Länder der Eurozone leiden. In diesen Ländern könnten die niedrigen Zinsen ebenfalls zu einer Überhitzung führen. In Dänemark ist zwar weiterhin die Dänische Krone Landeswährung, diese ist jedoch an den Euro gekoppelt. Daher muss die dänische Zentralbank in der Regel den Leitzinsen der EZB folgen.

Weniger Anleihenkäufe zum Jahresende

Im Dezember kaufte die EZB insgesamt Titel im Wert von 50,2 Milliarden Euro. Im November waren es noch rund zwölf Milliarden mehr. Über die Weihnachtsfeiertage wurden die Transaktionen ausgesetzt. Ab Januar ist ein monatliches Volumen von 30 Milliarden Euro geplant. Zum Jahresende hielt die EZB Papiere im Wert von insgesamt 2,29 Billionen Euro. Dazu gehören unter anderem Staatsanleihen und andere öffentliche Schuldentitel.

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Rückblick: News vom 22. Juni bis 7. Juli 2020

Zurzeit blickt die Welt mit Spannung nach Hamburg. Dort werden am 7. und 8. Juli die Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel erwartet. Dort wird es wohl auch allem um die Themen internationale Handelspolitik und Klimaschutz gehen. Gerade in einer Zeit, in dem einige Staaten wie die USA zu einer protektionistischen Handelspolitik tendieren, wird dieser Gipfel mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Führende Unternehmens- und Verbandsvertreter, darunter auch die Deutsche Bank, riefen die Verantwortlichen im Vorfeld des Gipfels in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, bei Themen wie Klimaschutz und internationaler Kooperation entschieden zu handeln und Differenzen zu überwinden.

Wirtschaft

EU

Dämpfer für Konjunktur

Im Juni musste der Aufschwung in der Eurozone einen Rückschlag verkraften. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, bei der alle Industrieunternehmen und Dienstleister zusammengenommen werden, sank um 0,9 auf 55,7 Punkte. Dies ist der tiefste Wert seit fünf Monaten. Zu diesem Ergebnis kam das Institut IHS Markit nach einer Umfrage unter 5.000 Unternehmen. Auch in einzelnen Ländern der Eurozone ging die Konjunktur im Juni leicht zurück. In Deutschland sankt der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft leicht um 1,3 Punkte auf nun 56,1 Punkte. Dies bedeutet allerdings noch immer ein deutliches Wirtschaftswachstum.

Gute Zahlen in der Industrie

Die Industrie kann dennoch weiterhin gute Zahlen verzeichnen. Das Barometer stieg im Juni auf den höchsten Stand seit über sechs Jahren, denn die Betriebe konnten das stärkste Auftragsplus seit Februar 2020 verbuchen. Aufgrund des schwachen Euros stieg die Nachfrage aus dem Ausland. Die Exporte waren daher so hoch wie nur selten in den letzten Jahren. Dagegen mussten die Dienstleister einen Dämpfer einstecken. Das Barometer für Dienstleistungen sank überraschend deutlich. Ein schwächeres Wachstum könnte die EZB hinsichtlich ihrer Inflationserwartungen als negativ einschätzen.

Umbau des norwegischen Staatsfonds

Der norwegische Staatsfonds ist einer der größten der Welt und ist mit etwa 860 Euro gefüllt. Nun wird über eine Reform nachgedacht. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission schlug vor, den Fonds von der Zentralbank zu trennen. In Zukunft soll eine eigene Investment-Verwaltungsgesellschaft die Aufgaben der Zentralbank übernehmen. Diese war seit der Gründung des Staatsfonds 1996 für diesen zuständig. Bislang lag der Schwerpunkt des Fonds auf Anleihen, Aktien und Immobilien. Eine strategische Neuausrichtung ist denkbar. So könnte in Zukunft auch in Papiere von Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind, oder in den Infrastruktursektor investiert werden. Dies könnte höhere Renditechancen mit sich bringen.

Kreditvergabe weiterhin hoch

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank kommt immer mehr bei den Unternehmen in der Eurozone an. Im Mai erhielten Unternehmen 2,4 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor. Schon im April war die Anzahl der Kreditvergaben ähnlich hoch. Privathaushalte bekamen im Mai 2,6 Prozent mehr Kredite. Dies ist das größte Plus seit März 2009.

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Weniger Investitionen in Großbritannien

Laut dem britischen Finanzminister Philip Hammond halten sich britische Unternehmen derzeit mit Investitionen zurück. Der unklare Ausgang der Brexit-Verhandlungen verunsichert die Unternehmen. Eine frühe Einigung auf ein Übergangsabkommen würde die Situation der Unternehmen erleichtern. Derzeit warten viele Unternehmen ab, wie sich die Gespräche mit der EU gestalten. Wenn die Unternehmen wieder mehr Sicherheit bekommen, würden sie sich laut Hammond schneller wieder für Investitionen entscheiden.

Britische Verbraucher verunsichert

Nach dem schlechten Ergebnis für Premierministerin Theresa May bei den vorgezogenen Wahlen im Juni sank auch die Stimmung der britischen Verbraucher weiter. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge fiel der Index für das Verbrauchervertrauen auf Werte, wie sie zuletzt direkt nach dem Brexit-Votum im vergangenen Sommer gemessen wurden. Eine weitere Schwächung des Wirtschaftswachstums ist zu erwarten.

Darüber hinaus macht die anziehende Inflation den Verbrauchern zunehmend zu schaffen. Die Lohnzuwächse können nicht mehr mit der Inflationsrate mithalten. Zudem schwächelt derzeit auch der Immobilienmarkt, was sich ebenfalls negativ auf die Stimmung der Verbraucher auswirkt. In den vergangenen Jahren stiegen die Werte von Häusern und Wohnungen, was sich auch positiv auf den Geldbeutel vieler Briten auswirkte. In den letzten drei Monaten sind nach Angaben der Hypothekenbank Nationwide die Häuserpreise jedoch erstmals seit 2009 gefallen.

Zinserhöhung in Großbritannien möglich

Laut Notenbankchef Mark Carney kann es in den nächsten Monaten zu einer Zinserhöhung in Großbritannien kommen. Eine entsprechende Entscheidung rückt näher. Bei ihrer letzten Sitzung hatten die Verantwortlichen der Bank of England nur mit knapper Mehrheit entschieden, den Zinssatz zunächst beizubehalten. Die Spekulationen rund um eine baldige Zinsanhebung wirkte sich positiv auf die Entwicklung des Pfunds aus. Innerhalb von nur wenigen Minuten konnte die Landeswährung um einen halben US-Cent auf 1,29 Dollar zulege. Die letzte Zinserhöhung liegt auch in Großbritannien schon einige Jahre zurück. Zuletzt wurde der Leitzins 2007, also noch vor der Finanzkrise, angehoben.

Entwicklung der Wirtschaft abwarten

Carney warnt dennoch weiter zur Vorsicht. Bevor eine Zinsanhebung diskutiert wird, will er zunächst abwarten, wie die Wirtschaft in den nächsten Monaten auf die Brexit-Verhandlungen reagiert. Gleichzeitig ließ er verlauten, dass sich die Briten im Zuge des Brexits auf sinkende Einkommen einstellen müssen.

Nach dem Brexit-Votum hatte die Bank of England ihre Kapitalanforderungen gesenkt. Sie befürchtete eine Kreditknappheit. Vor kurzem konnte die BoE diese wieder um 11,4 Milliarden Pfund anheben. Die britische Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten trotz aller Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen besser entwickelt, als gedacht. Daher kann eine Zinsanhebung nun wieder in den Blick genommen werden.

Spanien erhöht Wachstumsprognose

Die spanische Regierung blickt optimistischer auf die Konjunktur und erhöht ihre Wachstumsprognose auf drei Prozent. Im nächsten Jahr soll die Wirtschaft um 2,6 Prozent wachsen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos bewertet diese neue Einschätzung immer noch als sehr konservativ und geht davon aus, dass auch diese Zahlen übertroffen werden können. Bisher ging man von einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent für das Jahr 2020 aus. Zudem soll die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 16,5 Prozent sinken. Im vergangenen Jahr waren noch 18,6 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Spanien kämpft derzeit mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote im Euroraum nach Griechenland.

USA

Größte US-Banken bestehen Fed-Belastungstest

Die 35 größten US-Banken, darunter unter anderem JP Morgan Chase und die Bank of America, haben die erste Stufe des diesjährigen Belastungstests der Fed erfolgreich bestanden. Sie besitzen damit auch in einer extremen Rezension noch ausreichend Kapital, um die Vorgaben der Fed zu erfüllen. Im Extremfall müssten sie zwar auf Kredite in Höhe von 383 Milliarden Dollar verzichten, würden aber immer noch über wesentlich mehr Kapital verfügen, als die Fed vorschreibt. Diese Quote konnte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessern. Der Banken-Stresstest wurde in den USA als Folge der Finanzkrise von 2008 eingeführt. Das Ziel ist es, regelmäßig zu überprüfen, wie gut oder schlecht die Banken dastehen. Der Test besteht aus zwei Teilen. Danach gibt die Fed bekannt, ob sie die Kapitalpläne der Banken akzeptiert.

Harker für weitere Zinserhöhung 2020

Für Patrick Harker, den Präsidenten der Fed in Philadelphia, verfolgt die US-Notenbank derzeit die richtige Strategie. Harker, der als stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed mit über die Zinsen entscheidet, hält eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen. Die aktuelle Schwäche in der Konjunkturentwicklung sei aus seiner Sicht vorübergehend.

Deutsche Firmen schaffen Jobs in den USA

Laut dem Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schaffen deutsche Firmen in den USA aufgrund von steigenden Direktinvestitionen Hunderttausende neuer Stellen. Dies sei laut dem DIHK-Außenhandelschef Volker Treier auch ein Aspekt der oft kritisierten deutschen Exportüberschüsse, denn ein Exportüberschuss ist oft auch mit neuen Arbeitsplätzen im Ausland verknüpft.

Laut dem DIHK werden in diesem Jahr weitere 120 Milliarden Euro Kapital ins Ausland fließen und damit auch mindestens 200.000 Arbeitsplätze in aller Welt entstehen, davon allein 40.000 in den USA. Durch Direktinvestitionen sei Deutschland damit stark an der Entstehung von Arbeitsplätzen in vielen Ländern beteiligt. In diesem Zusammenhang warnt auch Treier vor Handelskonflikten, auch mit Blick auf mögliche Importbeschränkungen der USA.

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Geld- und Währungspolitik

Mehr grenzübergreifende Fusionen gefordert

Der EZB-Bankenaufseher Pentti Hakkarainen fordert mehr grenzübergreifende Fusionen bei Bankdienstleistungen in Europa. Dies hätte einen stärkeren Wettbewerb und mehr Optionen für die Kunden zur Folge. In den letzten Jahren gab es nur wenige grenzübergreifende Fusionen. Ende 2008 übernahm die französische Bank Credit Mutuel für etwa fünf Milliarden Euro die Citibank Deutschland von der amerikanischen Citigroup und im vergangenen Jahr erwarb die französische Privatbank Oddo für rund 600 Millionen Euro die belgische BHF Kleinwort Benson. Dies blieben jedoch Ausnahmen.

Draghi zeigt sich zuversichtlich

EZB-Präsident Mario Draghi blickt zuversichtlich auf die derzeitige Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone. Alle Zeichen würden auf eine Festigung und Verbreiterung der Erholung in der Eurozone hindeuten. Allerdings gebe es noch immer Faktoren, die die Inflation belasten würden, doch diese seien vor allem temporäre Faktoren. Die Aussagen Draghis während einer Rede im portugiesische Sintra wurden an den Märkten sehr positiv aufgenommen: Der Euro konnte weiter zulegen und erreichte zeitweise ein Zwei-Wochen-Hoch.

Notenbanker vor nächster Sitzung nervös

Infolge der teils heftigen Reaktion der Märkte nach der Rede Mario Draghis werden einige EZB-Banker vor der Juni-Sitzung der Zentralbank in Frankfurt am Main nervös. Bei ihrer Sitzung am 20. Juli wird die EZB wohl besprechen, ob man einen weiteren Mini-Schritt in Richtung der Abkehr von der derzeitigen geldpolitischen Ausrichtung gehen soll. Doch da nach Draghis Rede in Portugal der Euro und auch Anleihe-Renditen kräftig nach oben gingen, sind manche EZB-Vertreter jetzt in Sorge, ob es wirklich sinnvoll sei, bei der nächsten Sitzung die Option auf eine Verlängerung oder Ausweitung der Anleihenkäufe aus dem Ausblick der Zentralbank zu streichen. Dies könne von der weiteren Marktentwicklung bis zur Ratssitzung abhängig sein. Der Markt könnte eine Streichung als Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik interpretieren. Daher sprechen sich Insider dafür aus, eher übervorsichtig zu agieren und möglicherweise nur Teile wie den Hinweis auf eine zeitliche Verlängerung der Anleihenkäufe aus dem Ausblick zu streichen.

Politische Risiken mindern Bedeutung des Euro

Nach Einschätzung der EZB hat der Euro im vergangenen Jahr aufgrund politischer Unsicherheiten an Bedeutung verloren. Zu diesen politischen Unsicherheiten gehören für die EZB der Brexit, der Regierungswechseln in den USA und Wahlen in mehreren europäischen Ländern. Dennoch konnte der Euro seine Position als zweitwichtigste Reservewährung nach dem Dollar leicht ausbauen. Laut EZB-Direktor Benoit Coeure hat der Euro allerdings mehr an Boden verloren als andere internationale Währungen. Dies werde unter anderem bei internationalen Schuldenpapieren, Fremdwährungskrediten und Fremdwährungsschulden deutlich. Der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven stieg allerdings leicht von 19,4 auf 19,4 Prozent. Der Dollar macht weiterhin 64 Prozent der weltweiten Devisenreserven aus.

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Rückblick: News vom 6. bis 20. Juli 2020

In den USA sprach Fed-Chefin Janet Yellen kürzlich vor dem Kongress. Unter anderem kündigte sie dort an, noch in diesem Jahr mit dem Abbau der aufgeblähten Bilanz zu beginnen. Dies würde endgültig das Ende der Krisenpolitik der letzten Jahre bedeuten. Der DAX baute seine Gewinne nach Yellens Rede deutlich aus. Dennoch kursieren Gerüchte um die persönliche Zukunft Yellens. Eine zweite Amtszeit ab Februar 2020 scheint derzeit unwahrscheinlich. Donald Trump erwägt wohl, seinen Wirtschaftsberater Gary Cohn zu Yellens Nachfolger an der Spitze der Fed zu ernennen.

In Europa bestimmte in den letzten Tagen unter anderem der G20-Gipfel und die Geschehnisse rund um den Tagungsort in Hamburg die Schlagzeilen. In der Abschlusserklärung bemühte man sich um Einigkeit. Beim Thema Klimaschutz bekannten sich 19 Teilnehmer für eine rasche Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Abkommen wurde zur Kenntnis genommen. Beim Thema Handel konnte man sich allerdings einstimmig auf eine Zustimmung zum freien Handel einigen. Allerdings wurden in der Abschlusserklärung legitime Verteidigungsinstrumente im Handel anerkannt.

Wirtschaft

EU

Französische Notenbank hebt Wachstumsprognose an

Laut Francois Villeroy de Galhau, dem Chef der französischen Notenbank, wird das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen. Noch im Juni ging die Notenbank von nur 1,4 Prozent aus. Dennoch hinkt die französische Wirtschaft dem Aufschwung in der restlichen Eurozone hinterher. Die leichte Erholung könnte allerdings einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf rund neun Prozent mit sich bringen. Mit zusätzlichen Reformen könnte diese sogar auf sieben Prozent sinken. Darüber hinaus kündigte Frankreichs Präsident Emanuel Macron Steuersenkungen in den nächsten fünf Jahren an.

Frankreich auf gutem Weg

Der IWF sieht Frankreich auf einem guten Reformkurs. Das Land sollte allerdings seine Finanzen ordnen die hohe Arbeitslosigkeit verringern und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die derzeitige politische und wirtschaftliche Situation im Land gebe eine gute Gelegenheit, um ein umfassendes Reformpaket auf dem Weg zu bringen. Dies geht aus dem jährlichen Frankreich-Bericht des IWF hervor. Die geplanten Ausgabenkürzungen der neuen Regierung und die Ankündigung, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren, wurden beim IWF begrüßt. Der neue Präsident Macron plant zudem, bis 2022 die Unternehmenssteuern von 33,33 auf 25 Prozent und die Kapitalertragssteuern von 50 auf 30 Prozent zu senken. Nach Ansicht der IWF werden diese Maßnahmen das Land wettbewerbsfähiger machen sowie Investitionen ankurbeln. Mit Einsparungen soll in diesem Jahr das Defizit unter drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftskraft sinken. Damit würde Frankreich zum ersten Mal seit Jahren wieder die Maastricht-Kriterien erfüllen.

Entwarnung im italienischen Bankensektor

Die italienische Region gibt nach der umstrittenen Rettungsaktion für angeschlagene Banken Entwarnung für den Bankensektor. Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte, dass es keine weiteren Brandherde gebe. Allerdings haben als Folge einer jahrelangen Wirtschaftsflaute weiterhin viele italienische Banken mit sogenannten faulen Krediten zu kämpfen. Die beiden stark betroffenen Banken Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza erhalten von der italienischen Regierung bis zu 17 Milliarden Euro. Zuvor hatte die EZB beide Institute als wohl nicht mehr überlebensfähig eingestuft. Allerdings musste sich die Regierung sowie die EU-Kommission vorwerfen lassen, dass die neuen Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken missachtet wurden.

Stärkstes Produktionsplus im Euroraum seit 2020

Die Industrie in der Eurozone konnte ihre Produktion so stark steigern wie seit August 2020 nicht mehr. Im Mai produzierten die Betriebe in der Eurozone vier Prozent mehr als im April. Für viel Schwung sorgen derzeit insbesondere Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen. Auch bei Gebrauchsgütern wie Autos oder Haushaltsgeräten konnte ein Plus verzeichnet werden. Der Ausblick in der europäischen Industrie ist auch für die kommenden Monate sehr gut.

Inflation auf Jahrestief

Inflation in der Eurozone fiel im Juni auf ein Jahrestief. Nach einem Plus von 1,4 Prozent im Mai legten die Verbraucherpreise im Juni nur noch um 1,3 Prozent zu. Im Juni stiegen die Kosten für Energie nicht mehr so stark an, wie in den Vormonaten. Noch im Mai nahmen die Energiekosten um 4,5 Prozent zu, im Juni nur noch um 1,9 Prozent. Die sogenannte Kerninflation, bei der Energie- und Lebensmittelpreise nicht miteinbezogen werden, da sie sehr schwankungsanfällig sind, nahm im Juni leicht zu und liegt nun bei 1,2 Prozent. Die Kerninflation ist für die EZB allerdings nicht ausschlaggebend. Sie ist jedoch ein guter Indikator für Preistrends.

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Onlinehandel in Deutschland boomt weiter

Im zweiten Quartal konnten die Onlinehändler in Deutschland erneut ihre Umsätze steigern. Insgesamt nahmen die Internethändler von April bis Juni fast 14 Milliarden Euro ein, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) bekannt gab. Die ist ein Zuwachs von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Digitale Dienstleistungen wie Downloads oder Hotelbuchungen konnten um 13,7 auf fast 4,2 Milliarden Euro zulegen.

Besonders das Geschäft mit Möbeln und Dekorationsartikeln konnte ebenso wie die Branchen Heimwerkerbedarf und Blumen deutlich zulegen. Bei Bekleidung stiegen die Einnahmen jedoch nur noch um 2,9 Prozent. Allerdings ist der Marktanteil in dieser Branche bereits sehr hoch. In einigen Branchen wie dem Buchversand gingen die Einnahmen sogar zurück. Neben den großen Anbietern wie Amazon und Ebay konnten im zweiten Quartal vor allem sogenannte Multichannel-Anbieter, die sowohl online wie auch im stationären Laden ihre Waren verkaufen, ihre Umsätze erhöhen. Auf das Jahr gerechnet, geht der bevh mit einem Umsatzwachstum von elf Prozent aus.

Investitionen in spanische Straßen

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy gab vor einigen Tagen bekannt, dass seine Regierung insgesamt fünf Milliarden Euro in den Ausbau des Straßennetzes im Land investieren will. In den nächsten drei Jahren sollen neue Straßen mit einer Gesamtlänge von 2.000 Kilometern entstehen. Zudem sollen Wartungsverträge mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen werden. In der Folge dieser Investitionsmaßnahme könnten etwa 190.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

IWF für Stärkung spanischer Banken

Bei der Vorstellung seines jährlichen Spanien-Berichts erklärte der IWF, dass das südeuropäische Land seine Finanzbranche besser auf die nächste Krise vorbereiten sollte. Zwar gab es im Bankensektor zuletzt einige Fusionen, doch es gebe weitere Möglichkeiten für Zusammenschlüsse und andere Maßnahmen. Das Ziel sei es, die Profitabilität zu steigern. So könnten die Banken besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden. Darüber hinaus muss Spanien daran arbeiten, die Staatsschulden sowie die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Nach Ansicht des IWF kann sich Spanien in diesem Jahr über ein starkes Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent freuen.

Britische Wirtschaft wackelt

In Brüssel trafen sich bereits zweimal die Unterhändler Großbritanniens und der EU, um die Brexit-Verhandlungen aufzunehmen. Doch wie aus einer Studie der Denkfabrik Centre oft London hervorgeht, bekommt die britische Wirtschaft die Auswirkungen immer deutlicher zu spüren. Vor allem in der Hauptstadt London belastet der Brexit zunehmend den Immobilienmarkt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zwar liegt die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent und ist damit so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr, doch die Schaffung neuer Stellen verlangsamt sich. Zudem sankt die Anzahl ausländischer Arbeitnehmer, die sich um eine Lohnsteuerregistrierung bemühten, um 15 Prozent.

Strengere Kreditvergabe in Großbritannien

Die Bank of England legte kürzlich ihren vierteljährlichen Kreditbericht vor. Daraus geht hervor, dass die britischen Geldinstitute wohl im dritten Quartal ihre Vorgaben für Kreditkarten verschärfen werden. Darüber hinaus wird in dem Bericht deutlich, dass viele Institute weniger Hypothekendarlehen an sehr hoch verschuldete Immobilienkäufer vergeben werden. Diese Entwicklungen hängen eng mit dem schwachen Jahresstart der britischen Wirtschaft nach dem Brexit-Votum zusammen.

USA

Niedrige Inflation in den USA

Die derzeit niedrige Inflation in den USA bereitet der Fed im Vorfeld einer weiteren Leitzinserhöhung Sorgen. Einige Währungshüter sorgen sich, dass sich die niedrige Inflation verfestigen könnte. Dies geht aus Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung im Juni 2020 hervor. Dennoch sind die meisten Führungsmitglieder der Auffassung, dass die aktuellen Inflationsraten keinen Trend wiedergeben.

Dagegen liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,3 Prozent. Damit ist de facto die Vollbeschäftigung erreicht und damit die Vorgabe der Fed erfüllt. Bei den Inflation ist dies jedoch noch nicht der Fall. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Vor allem die Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher hat die Notenbank im Blick. Im Mai lag die Inflationsrate bei 1,4 Prozent.

Zudem hat die Fed auf ihrer letzten Sitzung angekündigt, in diesem Jahr mit dem Abbau ihrer aufgeblähten Bilanz zu beginnen. Über den genauen Startzeitpunkt waren sich die Währungshüter jedoch noch uneinig. Ökonomen rechnen damit, dass die Notenbank im September den Beginn des Bilanzabbaus bekanntgeben wird. Die nächste Zinserhöhung könnte dann im Dezember folgen.

Drei Prozent Wirtschaftswachstum in den USA nur schwer zu erreichen

Fed-Chefin Janet Yellen ist der Ansicht, dass ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent in den USA nur schwer zu erreichen ist. In diesem Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen Januar und März nur um eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 1,4 Prozent und damit geringer als in der Eurozone. Für das gesamte Jahr 2020 erwartet die Fed im Durchschnitt einen Anstieg des BIP um 2,2 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA gehört zu den Faktoren, die die Fed hinsichtlich ihrer Entscheidungen über mögliche Zinserhöhungen einbezieht.

US-Immobilienmarkt erholt sich

Im Juni wurde in den USA mit dem Bau von 8,3 Prozent mehr Wohnungen begonnen. In den drei Monaten zuvor ging die Anzahl der Baubeginne zurück. Auch die Anzahl der neu erteilten Baugenehmigungen stieg um 7,4 Prozent auf 1,25 Millionen. Damit erholt sich der US-Immobilienmarkt von einer schwächeren Phase von März bis Mai.

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Geld- und Währungspolitik

Inflation beruhigt EZB

Die aktuellen Inflationszahlen machen der EZB vor ihrer kommenden Zinssitzung die Entscheidung nicht leichter. Bei der letzten Sitzung wagte die EZB noch einen vorsichtigen Schritt in Richtung Kurswechsel. Experten erwarten, dass auch die Kerninflation deutlich steigen muss, bevor die Währungshüter einen ersten Schritt in Richtung Zinserhöhung machen. Daher kann es bis zu einer Zinsanhebung durchaus noch bis Ende 2020 dauern. Zudem geht man davon aus, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung verkünden wird, ihre Anleihen-Käufe nicht nochmals aufzustocken. Zuletzt bekräftigte die EZB, dass sie im Notfall das Volumen der Anleihen-Käufe nochmals hochfahren werde. Die Streichung dieser Aussage wäre ein weiteres Signal, dass man sich langsam auf ein Ende der Geldflut vorbereitet.

Spekulationen um Zinserhöhung der EZB im nächsten Jahr

An den Finanzmärkten wird immer mehr auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im nächsten Jahr spekuliert. Einige Anleger wetten derzeit auf eine Zinserhöhung im Juli 2020. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit 2020. Bis Mitte 2020 könnten zwei bis drei weitere Zinsschritte folgen. Dennoch geht der Markt von einem sehr langsamen Straffungsprozess aus.

Britischer Notenbanker für früheres Ende des Anleihen-Kaufprogramms

Ian McCafferty, einer der führenden Vertreter der Bank of England, ist der Ansicht, dass Großbritannien über ein früheres Ende des Anleihen-Kaufprogramms nachdenken sollte. Bislang hält die BoE an ihrer Strategie fest, das etwa 490 Milliarden Euro schwere Anleihen-Kaufprogramm nicht zu beenden, bevor die Leitzinsen etwa zwei Prozent erreicht haben. Dies ist die Ausrichtung der BoE seit ihrem geldpolitischen Ausblick im Jahr 2020. Damals lagen die Zinsen bei 0,5 Prozent, heute bei 0,25 Prozent. McCafferty gehörte im Juni zu einem der drei Mitglieder im Ausschuss, der für eine Zinserhöhung stimmte. Er bezieht sich in seiner Einschätzung auf andere Zentralbanken, die bereits einen früheren Ausstieg aus ihren Anleihen-Kaufprogrammen erwägen.

Zinserhöhung in Großbritannien nicht in Sicht.

Wie Ben Broadbent, der Vize-Chef der Bank of England, sagte, ist die Zeit für die erste Zinserhöhung in Großbritannien seit mehr als zehn Jahren noch nicht reif. In der aktuellen Situation sei es knifflig eine Entscheidung zu treffen. Die Notenbank müsse immer die Stimmung in den Unternehmen im Blick haben. Ob diese sich in der letzten Zeit gebessert habe, sei nur schwer zu beurteilen. Derzeit geben es in vielen Unternehmen Unruhe und die Firmen wollte abwarten, was der EU-Austritt für sie bedeute. Die Meinung von Broadbent ist für viele Investoren interessant. Seit der letzten Zinssitzung im Juni hatte er sich nicht mehr öffentlich geäußert. Andy Haldane, der Chefvolkswirt der Notenbank, hatte dagegen schon öffentlich signalisiert im zweiten Halbjahr für eine Zinserhöhung zu stimmen. Auch Aussagen von Mark Carney, dem Chef der BoE, deuten darauf hin, dass das Thema in den nächsten Monaten auf den Tisch kommen wird.

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